Clinton sieht in Unabhängigkeit Kosovos Herzensangelegenheit

Pristina/Belgrad  Für US-Außenministerin Hillary Clinton ist die Unabhängigkeit des Kosovos auch eine private Herzensangelegenheit. «Für mich, meine Familie und meine amerikanischen Mitbürger ist das mehr als eine außenpolitische Frage. Das ist eine persönliche Frage», sagte Clinton in Pristina.

In der Öffentlichkeit wurden zur Lösung der Kosovo-Krise nur Allgemeinplätze präsentiert. Klartext gab es beim Clinton-Besuch in Pristina hinter verschlossenen Türen.

Foto: Georgi Licovski

In der Öffentlichkeit wurden zur Lösung der Kosovo-Krise nur Allgemeinplätze präsentiert. Klartext gab es beim Clinton-Besuch in Pristina hinter verschlossenen Türen. Foto: Georgi Licovski

Zuvor hatte sie die Staats- und Parteispitze des fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo getroffen. Danach unterstrich sie, der jüngste europäische Staat müsse die EU und die NATO ansteuern: «Die Zukunft Kosovos liegt in der EU», sagte Clinton.

Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich vor knapp fünf Jahren für selbstständig erklärt. Serbien will aber sein früheres Staatsgebiet wieder zurückbekommen. Die USA und die Europäische Union dringen auf eine Normalisierung der Beziehungen der beiden Länder. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teilte am Mittwoch mit, die beiden Regierungschefs des Kosovos und Serbiens träfen sich schon in wenigen Tagen wieder in Brüssel.

«Kosovo und seine Bürger sind lebenslang dankbar» für die Unterstützung der Unabhängigkeit, sagte Regierungschef Hashim Thaci. Die USA gelten als mit Abstand engster Verbündeter Pristinas. Der frühere US-Präsident Bill Clinton wird als «Vater» der Unabhängigkeit des Kosovos verehrt, weil er 1999 mit Nato-Bomben die serbischen Militärs hatte vertreiben lassen.

Hillary Clinton wiederholte den Widerstand der USA gegen jede Teilung des Kosovos: «Wir sind gegen jede Verhandlung über eine Änderung der Grenzen oder den unabhängigen Status des Kosovos», sagte die Außenministerin. Auch Ashton unterstrich, der Kosovo solle die EU ansteuern, obwohl «dieser Weg nicht einfach ist».

Ein zentrales Thema bei den Gesprächen in Pristina war die Zukunft von Nordkosovo, wo rund 40 000 Serben die örtliche Mehrheit bilden. Nach Medienberichten in Pristina streben die USA und die EU eine weitgehende Autonomie dieses Gebiets an. Die Kosovo-Regierung widersetzt sich diesen Plänen mit aller Kraft. Sie will für die Serben nur Sonderrechte akzeptieren, wie sie im Friedensplan des UN-Kosovo-Vermittlers Martti Ahtisaari von 2007 festgelegt sind. (dpa)

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