Radweg nach Lamme – Land gibt Zuschuss

Wedtlenstedt  Der Landkreis Peine legt in einigen Wochen die Entwurfsplanung zu der Verbindung zwischen Wedtlenstedt und Lamme vor.

An der Straße von Wedtlenstedt (im Hintergrund) nach Braunschweig-Lamme wird ein Radweg gebaut.

Foto: Henrik Bode

An der Straße von Wedtlenstedt (im Hintergrund) nach Braunschweig-Lamme wird ein Radweg gebaut. Foto: Henrik Bode

Grund zur Freude in Wedtlenstedt: Der Radweg nach Lamme wird nicht nur gebaut, es gibt auch einen Zuschuss vom Land. Der Wedtlenstedter Ortsbürgermeister Dr. Helmut Doll (SPD) und seine Stellvertreterin Doris Meyermann (Grüne) stellen einmütig fest: „Wir sind froh, dass der Radweg endlich gebaut wird.“

Allerdings: Wann Baubeginn sein wird, ist bei dem 1,6 Kilometer langen Weg, der den Landkreis Peine (Wedtlenstedt) mit der Stadt Braunschweig (Lamme) verbindet, noch unklar. Klar ist hingegen: Der Kreis Peine und die Stadt Braunschweig sitzen an der Planung und Bauausführung für den Radweg, der vermutlich an der Südseite der Straße angelegt wird – im Landkreis Peine ist es die Kreisstraße 58. „Die Entwurfsplanung werden wir in einigen Wochen aufgestellt haben“, blickt Peines Landkreissprecherin Katja Schröder voraus.

Danach läutet die Kreisverwaltung das Genehmigungsverfahren (Planfeststellungsverfahren) ein, das mehrere Monate dauert. Auch wenn der Grunderwerb für den Radweg offenbar geklärt ist, ist von einem Baubeginn erst im nächsten Jahr auszugehen.

Dass das Projekt bereits jetzt ins Auge gefasst wird, ist der Gemeinde Vechelde zu verdanken: Sie nimmt dem Landkreis alle Ausgaben für den Radweg (Planungs- und Baukosten, Grunderwerb) im Kreis Peine bis zur Braunschweiger Grenze ab. Und das, obwohl dieser Weg an einer Kreisstraße eigentlich Aufgabe des Landkreises ist – doch der hat (momentan) dafür kein Geld.

„Die Ortschaft Wedtlenstedt wünscht sich ganz stark den Radweg, also haben wir uns bereiterklärt, die Kosten des Kreises zu übernehmen“, betont Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner.

Mit 335 000 Euro hat die Kreisverwaltung die Bau- und Grunderwerbskosten für den Radweg-Abschnitt im Kreisgebiet veranschlagt: Dafür gibt das Land einen Zuschuss von 189 000 Euro aus dem Sonderprogramm für Radwege/Verkehrssicherheit, den Rest trägt Vechelde. Wegen geringerer Ausgaben für Ausgleichs- und Ersatzvorkehrungen verringerten sich aber die 335 000 Euro und damit der Landeszuschuss, sagt Katja Schröder. In Vechelde liegt das Geld für den Weg schon bereit, in Braunschweig laut Landkreis ebenso; die Stadt trägt die Ausgaben in ihrem Gebiet.

„Seit Jahren setzt sich der Wedtlenstedter Ortsrat für den Radweg und damit für eine sichere Verbindung zum Einkaufs- und Ärztezentrum in Lamme sowie für günstige Busverbindungen ein“, erinnert Doris Meyermann. „Viele Leute fahren zudem mit dem Fahrrad von Wedtlenstedt über Lamme in die Braunschweiger Innenstadt zur Arbeit“, setzt Ortsbürgermeister Doll hinzu.

KOMMENTAR

Ungerecht

Bei genauerem Hinsehen verbirgt sich hinter der „frohen Botschaft“ – der Radweg von Wedtlenstedt nach Lamme wird gebaut – eine Ungeheuerlichkeit: Denn der Weg kann (bereits jetzt) nur angelegt werden, weil die reiche Gemeinde Vechelde einspringt und dem Landkreis alle seine Kosten abnimmt. Doch was machen die Menschen in „armen Gemeinden“, die für solche Kreis-Aufgaben kein Geld haben? Sie warten (zu lange) auf ihren Radweg – ungerecht.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (3)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort