Ehepaar will krebskranken Kindern Optimismus schenken

Bodenstedt  Statt Geschenken wünschte sich Heinrich Lies zum 50. Geburtstag Spenden für die Kinder der Krebsstation

Heinrich und Birgit Lies unterstützen die Arbeit von Chefarzt Hans Georg Koch auch nach der Genesung ihres Sohnes.

Foto: Florian Kleinschmidt

Heinrich und Birgit Lies unterstützen die Arbeit von Chefarzt Hans Georg Koch auch nach der Genesung ihres Sohnes. Foto: Florian Kleinschmidt

Monatelang waren Heinrich und Birgit Lies aus Bodenstedt beinahe täglich zur Kinderkrebsstation der Holwedeklinik nach Braunschweig gefahren. Gestern dürfte ihnen der Gang auf die Kinderstation deutlich leichter gefallen sein. Ihrem Sohn Hermann, der 2004 an Lymphknoten-Krebs erkrankt war, geht es heute wieder gut.

Die Erfahrungen, die die Eheleute während dieser Zeit gemacht hat, beschäftigen sie noch heute. „Wenn Sie einmal auf der Kinderkrebsstation waren, dann verändert das vieles“, erklärt Heinrich Lies. Aus diesem Grund hatte er zu seinem 50.Geburtstag auf Geschenke verzichtet und seine Gäste stattdessen um Spenden für die Kinderstation gebeten. Die so gesammelten 2200 Euro soll den kranken Kindern Freude bereiten. „Wir hatten die Feier, die Kinder sollen die Geschenke haben“, so der vierfache Familienvater.

Wie man den Kindern eine Freude machen kann, davon haben Birgit und Heinrich Lies seit der Behandlung ihres Sohnes eine Vorstellung. „Mit der Spende könnte beispielsweise ein Clownsbesuch oder eine ähnliche Aktion finanziert werden“, schlägt Heinrich Lies vor. Auch das Essen einer bekannten Fast-Food-Kette würde den Kindern große Freude machen. „Sie können ja nicht raus. Durch Chemotherapien sind die Kinder meist so geschwächt, dass sie das Krankenhaus nicht verlassen können.“ Noch heute würden ihm bei dem Gedanken daran die Tränen kommen. „Bei uns ist es zum Glück noch mal gutgegangen.“ Die Spende sei ein Stück Dankbarkeit, unterstreicht das Ehepaar.

Für die Spende war Chefarzt Hans Georg Koch sehr dankbar: „Wir freuen uns sehr. Im Alltag kommt vieles zusammen, was über die Behandlungsroutine hinausgeht“, betont der Mediziner. Mit dem Geld könnten zur Weihnachtszeit kleine Geschenke angeschafft oder Zauberer und Erzieher engagiert werden. Malkurse und andere Aktivitäten seien vorstellbar, sagt Koch. „Teilweise kommen die Patienten extra von zu Hause, um so was mitzuerleben. Mit der Spende können wir Optimismus vermitteln.“ Heinrich und Birgit Lies würden sich deshalb freuen, wenn ihre Idee Nachahmer finden würde.

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