Erneute Verlängerung der Duldung der Familie Hadzovic

Lengede  Die Großfamilie Hadzovic bekommt erneute eine Verlängerung der Frist für die Ausreise. Das teilte der Landkreis Peine auf Nachfrage am Mittwoch mit.

Ende November demonstrierten Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor in Berlin für mehr Rechte von Asylbewerbern.

Foto: Stephanie Pilick/dpa

Ende November demonstrierten Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor in Berlin für mehr Rechte von Asylbewerbern. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Es müsse niemand Angst vor einem unerwarteten nächtlichen Polizeieinsatz haben, betonte am Mittwoch Landkreissprecher Henrik Kühn zur Situation der Roma-Großfamilie Hadzovic. Deren bereits einmal verlängerte Frist zur Ausreiseverpflichtung läuft am Donnerstag ab.

Die Familie aus Montenegro hofft, weiterhin in Deutschland bleiben zu dürfen. Sie floh einst vor dem Krieg in Jugoslawien, lebte 14 Jahre in Woltwiesche. Nach einer ersten Ausreiseverpflichtung verbrachte sie wieder sechs Jahre in Montenegro, kehrte aber diesen Sommer nach Deutschland zurück. Ein Asylfolgeantrag der Familie Hadzovic und ein eigener Antrag der Lebensgefährtin des Sohnes Sabedin, Sazana Zabeli, wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereits abgelehnt. Die Großfamilie ist somit zur Ausreise verpflichtet. Macht sie das nicht freiwillig, droht die Abschiebung.

Zum möglichen Ablauf befragten wir den Landkreis Peine. „Die Abschiebung ist von uns bislang nicht eingeleitet worden“, so der Sprecher weiter. Vor einer eventuellen Abschiebung würde die Familie Hadzovic von dem Termin in Kenntnis gesetzt werden.

Am Donnerstag werde die Familie zu einem weiteren Gespräch beim Landkreis erwartet. „Dabei wird auch die Duldung für zunächst eine Woche verlängert.“

In diesem Zeitraum werde erneut die Möglichkeit eingeräumt, sich an die Härtfallkommission des Landes zu wenden. „Hierauf hatten wir die Familie und deren Anwalt bereits im Rahmen der ersten Fristverlängerung hingewiesen. Leider wurde hiervon ohne Angabe von Gründen kein Gebrauch gemacht“, ergänzte Henrik Kühn.

Die Mutter, Skurt Hadzovic, wird dieser Tage in Salzgitter an der Leiste operiert. Dazu teilte der Landkreis mit, dass vor einer Abschiebung eine amtsärztliche Prüfung der Reisefähigkeit durch das Gesundheitsamt stattfinden würde.

Neben der Mutter ist auch eine Tochter krank. Sie leidet unter einer Stoffwechselkrankheit. Nach der Rückkehr nach Montenegro im Jahr 2006 hatte der Landkreis Geld für Medizin an die Familie gezahlt. „Die Übernahme der Medikamentenkosten stellen wir auch weiterhin in Aussicht“, teilte Henrik Kühn mit.

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