Dorle Severit karikiert Missstände am Wehnser See

Wehnsen  Dorle Severit prangert in ihren Bildern Missstände am Wehnser See an. Im Winter will Künstlerin ihre Aufzeichnungen fertigstellen.

Dorle Severit will mit ihren Bildern das Bewusstsein für den Umweltschutz stärken – unter anderem am Wehnser See.

Foto: Pahl

Dorle Severit will mit ihren Bildern das Bewusstsein für den Umweltschutz stärken – unter anderem am Wehnser See. Foto: Pahl

Überall in dem Haus hängen ihre Bilder: Landschaftsgemälde etwa, Sehnsuchtsbilder oder Aufnahmen von ihrer Lieblingsstadt Hamburg. Versteckt, in einem Buch, sind die Aquarelle mit Feder von ihrem Lieblingssee, dem Wehnser See. „Umweltbilder“ nennt sie diese Serie.

Im Frühjahr begann Dorle Severit mit den Bildern, die den Wehnser See nicht bloß darstellen sollen. Mit den Aufnahmen prangert die Künstlerin aus Uetze an, gut verpackt in Comics. „Dieser See ist ruhig gelegen, ein Kleinod, das geschützt werden muss“, betont die 65-Jährige.

So hat sie zum Thema „Fütterung verboten“ beispielsweise ein Bild gemalt, auf dem Enten zu sehen sind, die stibitzen: Sonnenmilch, Käse. „So etwas kommt, wenn man sich nicht an das Fütterungsverbot hält“, erklärt Severit, die lange im Peiner Raum lebte und im Sommer nahezu jeden Tag in dem Wehnser Gewässer schwimmt. Im Frühjahr und Winter gehen Severit und ihr Ehemann spazieren. Rund sechs Kilometer liegt der See vom Wohnort entfernt.

„Acht Bilder habe ich zum Thema Wehnser See schon gemalt, mein Ziel ist es, alle 15 Seiten des Buches mit Bildern auszuschmücken“, berichtet die gebürtige Salzwedelerin. Ideen hat die Impressionistin genug: Im Winter möchte sie das Werk vervollständigen.

Wenn Severit von ihren neuen Ideen erzählt, sprudelt es förmlich aus ihr heraus: „Enten könnten beispielsweise die neuste Bademode kommentieren, es könnte ein Bild zum veränderten Schwimmstil geben. Und es soll ein Bild geben, auf dem Zigarettenstummel im Sand liegen.“

Immer dabei ist die kleine Wasserratte Freddy – dieses Nagetier hatte sie häufig am See gesehen. Besonders wichtig ist ihr der Ausdruck der Tiere auf den Aquarellen: „Die Enten gucken mal dämlich, mal wütend. Und die hier schaut doch wirklich gehässig drein“, meint die Künstlerin und verweist auf ein Tier, in dessen Augen sich die Gemeinheit wirkungsvoll widerspiegelt.

Die Künstlerin malt, wie sie es nennt, gerne in ihrem Refugium. „Im Sommer arbeite ich am liebsten draußen, inmitten von Blumen und lichtdurchfluteten Landschaften“, berichtet die Severit, die schon oft ausgestellt hat.

Severits Leitspruch lautet: Beobachten, beobachten, beobachten. „Es ist einfach in meinem Hirn drin“, gibt die Uetzerin schmunzelnd zu. Die Malerei bezeichnet die gelernte Krankengymnastin nicht als Beruf, sondern als Berufung. In ihrer Vita lassen sich etliche Besuche von Malschulen in der Provence, in Andalusien oder Worpswede finden. Seit 2006 gibt die 65-Jährige selbst Kurse in ihrem kleinen Atelier. „Wir sind eine Art Malgemeinschaft.“

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