Mitgliederschwund bei Feuerwehren – Leser kritisiert Ausbildung

Peine. Als Reaktion auf unsere Themenseite über den Mitgliederschwund bei der Freiwilligen Feuerwehr im Kreisgebiet gab es auch Leser-Kommentare auf unserer Internetseite. In diesen wurden die Themen Ausbildung und Ausrüstungszustand bei den Feuerwehren in der Region kritisch angesprochen. Wir haben den Sprecher der Kreisfeuerwehr Helge Schmidt gebeten, auf die Kritik einzugehen.

Unser Leser „ehemaliger Helfer“ schrieb folgenden Kommentar: „Ich selber war lange Zeit aktiv in einer Hilfsorganisation in Braunschweig. Jedoch stellt man fest: Sie machen sich alles selber kaputt. Früher waren die Ausbildungen teilweise recht gut aufgeteilt. Da gingen Lehrgänge über maximal zwei bis drei Wochenenden. Nun wurden diese aber zusammengefasst und gehen über fünf oder sechs Wochenenden am Stück.

Nur als Schichtarbeiter, der auch am Wochenende arbeiten muss, kann man es sich schlecht erlauben, so oft Urlaub nehmen zu müssen, um am Lehrgang teilnehmen zu können. Ebenfalls ein Problem: Die Dienstabende finden nur einmal pro Woche oder alle 14 Tage statt – auch dies ist für Schichtarbeiter schlecht. Dafür hat man wieder oft Zeit, wenn andere arbeiten, und könnte so in den Einsatz gehen, wenn nicht die mangelnde Ausbildung wäre.

Hier müssen die Hilfsorganisationen ran, lieber wieder kürzere oder mehrere Ausbildungen statt zusammengefasste, und vielleicht auch flexiblere Dienste oder häufiger.

Und auch die Kommune ist gefragt, denn da wird inzwischen mehr gespart als ausgegeben.“

Helge Schmidt, Sprecher der Kreisfeuerwehr, sagt dazu: „Bei der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Peine erstrecken sich die Ausbildungs-Lehrgänge je nach Art über maximal zwei bis drei Wochen.“ Für den Einstieg in die Feuerwehr sei etwa ein Grundausbildungslehrgang erforderlich, der in der Regel an drei Wochenenden und zusätzlich noch an einzelnen Tagen in der Woche abgehalten werde. Für Menschen, die am Wochenende Schichtdienst hätten, könne das natürlich problematisch sein. „Die Betroffenen können sich jedoch mit dem Ortsbrandmeister oder seinem Stellvertreter in Verbindung setzen und das Problem ansprechen. In der Regel gibt es immer einen Weg, dass jeder zu seiner Ausbildung kommt“, sagt Schmidt.

Das Gleiche gelte für die Dienstabende, die Teil der Aus- und Weiterbildung sind, und regelmäßig nach dem Grundausbildungslehrgang auf Orts- und Gemeindeebene abgehalten werden: „Wenn ein Terminproblem rechtzeitig angesprochen wird, können Dienstabende auch verschoben werden. Das ist alles eine Frage der Organisation“, so Schmidt.

In der morgigen Ausgabe antwortet Helge Schmidt auf eine Leser-Kritik an dem Zustand der Feuerwehr-Ausrüstung.

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