Drei Cent sorgen für Trubel in der Post

Peine  Viele wissen, dass sich das Porto für einen Brief etwa mit Jahresbeginn erhöht hat - einen Kommentar können sie sich trotzdem nicht verkneifen.

„Krumme Summe“ oder „Schiefe Beträge“. Viele der Wendeburger Postkunden sind informiert, wissen, dass sich das Porto für einen Brief etwa mit Beginn des neuen Jahres um drei Cent erhöht hat - einen Kommentar können sie sich trotzdem nicht verkneifen.

In der kleinen Filiale an der Peiner Straße ist an diesem Morgen, dem ersten Werktag in 2013, viel los, mehr als sonst, stellt Mittwochsaushilfskraft Ute Kienbaum fest. Viele Kunden kaufen die Drei-Cent-Marken dazu und kleben sie neben die alte Marke, nachdem sie sich bei der Beraterin vergewissert haben, dass das so erlaubt ist. „Und dann bitte noch fünf Marken a drei Cent“, bittet ein Abnehmer.

„Mich stört alles, was erhöht wird“, erklärt Andrea Riske, die gerade dabei ist, das neue Wertzeichen aufzukleben. „Doch ist es ja die erste Erhöhung seit 15 Jahren“, fügt die Wendeburgerin dann an. „Und die Postler wollen ja langsam auch mal mehr verdienen“, mischt sich eine andere Kundin ein und verlässt die Filiale dann. Bereits am Silvestertag kauften die Wendeburger die neuen Wertzeichen zum Ausgleich, seit gestern sind die neuen 58-Cent-Marken auf dem Markt.

Nun hat Ute Kienbaum eine kurze Pause zum Verschnaufen. Sie berichtet, dass sie schon ein wenig aufgeregt war am Morgen: Wie würden die Kunden reagieren? Würde alles funktionieren? Eine Schulung gab es für die Aushilfe nicht, angelesen hat sie sich die Informationen zu den Neuerungen – alles aber weiß auch die Wendeburgerin noch nicht. Beispiel: „Wie läuft das jetzt eigentlich mit dem Infobrief?“ Diese Frage stellt ein Kunde. „Den gibt es nicht mehr, es gibt nur noch Infopost.“ Der Kunde muss schmunzeln und meint: „Ach, hätte ich diese Briefe doch noch am Silvestertag abgegeben. Und was kostet der Spaß jetzt?“

Kienbaum blättert in der Broschüre, findet jedoch keine passenden Angaben. Die Schlange wird indes wieder länger, der Kunde entschließt sich, kurzerhand zur Hauptpost zu fahren.

„Ist das Porto für die Postkarten auch erhöht worden?“, will ein Gast wissen. Kienbaum schüttelt den Kopf. Und der nächste Besucher erklärt etwas angespannt: „Dann geben Sie mir mal bitte zwei von diesen Marken. Komische Beträge sind das. Ich habe gestern einen Brief mit alter Frankierung eingeworfen. Der Informationsfluss war schlecht, im Fernsehen kam darüber überhaupt nichts.“ Während die Beraterin die Wertzeichen abreißt, antwortet sie: „Doch, doch, aber in der Zeitung stand es häufiger.“

Eine weitere Kundin flitzt schnell zum Verkaufstresen, will nur schnell einen Brief abgeben – Kienbaum wirft einen prüfenden Blick darauf und sagt eilig: „Nein, Stopp, da fehlen noch drei Cent.“ Die Frau ist irritiert, fragt nach: „Drei Cent?“ Sie bezahlt schließlich und kauft gleich noch zehn weitere. „Es muss sich eben noch einspielen“, erklärt Kienbaum.

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