Frontmann kommunizierte auf wilde Weise

Peine  Band „Concrete Underpass“ spielte in der Peiner Szenekneipe „Garage“. 130 Fans feierten die Premiere des neuen Songmaterials.

Die Band „Concrete Underpass“ ist poppiger geworden, längst nicht mehr so gefährlich wie früher.

Foto: Hennecke

Die Band „Concrete Underpass“ ist poppiger geworden, längst nicht mehr so gefährlich wie früher. Foto: Hennecke

Kain tigert barfuß über den kalten Boden in der Peiner Szenekneipe „Garage“. „What Cage“, der erste Titel des neuen Albums, ist der Opener des Konzerts. Im ersten Moment noch etwas ruhig, doch spätestens beim Refrain wirbelt er losgelassen und wild über die Bühne.

Was erwartet man von einer Peiner Band wie „Concrete Underpass“? Eigentlich nur, dass man nichts erwarten kann, was einstudiert oder statisch wirkt.

Kain alias Helge Meyer ist kein beliebiger Frontmann, sondern einer jener Typen, der, sobald die Show losgeht, mit dem Publikum auf wilde eindringliche Weise kommuniziert. Hektische Gesten und Verrenkungen vertiefen so die Bedeutung der Texte. So kommt es auch mal vor, dass sich im zackigen Militärschritt ein Weg durch das Publikum gebahnt wird und etwas irritierte Gesichter zu sehen sind. Es ist eine Bühne, es ist eine Show. Rechts und links neben ihm bewegen sich Chrom und Zaam rhythmisch zu den Sounds ihrer Instrumente. Idd sitzt an den Drums und gibt den Takt an.

„Concrete Underpass“ sind poppiger geworden, längst nicht mehr so gefährlich wie früher. Das macht sich auch bei „After getting drunk in Beijing“ bemerkbar. Vor der Bühne leicht gemächliches zustimmendes Headbangen, in der letzten Reihe der Garage anmutende Tanzbewegungen.

Anders geht es auch: „Orange“, Titelsong des Albums, mit 250 Beats pro Minute wieder gewohnt hart.

130 Fans und Freunde der Band feiern die Premiere des neuen Songmaterials und erfreuen sich auch an der Zugabe, einer Coverversion von „Rage against the Machine“. Die Mitglieder von „Concrete Underpass“ sind bodenständig. Sie sind tief verwurzelt mit Peine und gehören wie andere Bands – Widowway, Otto Hahn Revival Band, Sachsenfieber, Schrottgrenze, Arthur’s Dream – zur Popkultur der Stadt.

Seit ihrer Gründung 1988 prägt „Concrete Underpass“ die lokale Live-Szene. Jetzt haben sie ein neues Album aufgenommen. Nach vielen Vorproduktionen im Übungsraum und am heimischen PC war das Quartett zwölf Tage im Studio in Hannover.

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