Wahlkreis Peine – Nur der Direktkandidat sicher im Landtag

Peine  Welche Chancen haben die Landtagswahl-Kandidaten im Wahlkreis Peine? Unsere Zeitung fragte bei den Politikern nach.

Die Lantagswahl-Kandidaten im Wahlkreis Peine gehen mit ganz unterschiedlichen Zielen in den Wahlkampf .

Foto: Patrick Lux/dpa

Die Lantagswahl-Kandidaten im Wahlkreis Peine gehen mit ganz unterschiedlichen Zielen in den Wahlkampf . Foto: Patrick Lux/dpa

Wie viele Vertreter aus dem Wahlkreis 4 Peine (Landkreis Peine außer Vechelde und Lengede) es am 20. Januar in den Landtag nach Hannover schaffen, hängt von vielen Faktoren ab. Im günstigsten Fall könnte Peine zukünftig insgesamt drei Abgeordnete stellen.

Christoph Plett (CDU) ist nach eigener Aussage unsicher, ob sein Listenplatz 47 zum Einzug in den niedersächsischen Landtag reicht. „Jüngsten Umfragen zufolge könnte es ein Drei-Parteien-Parlament geben“, sagt Plett. In diesem Fall zögen die Listen der Parteien entsprechend weiter – möglicherweise auch bis Platz 47. „Ansonsten setze ich auf die Direktwahl“, betont Plett. Deshalb sei er bereits seit dem 30. Mai im Wahlkampf unterwegs.

Matthias Möhle (SPD) will sein Direktmandat verteidigen. Mit Listenplatz 68 muss er das auch. „Dies ist kein gesicherter Listenplatz“, weiß er. Bei der SPD sei abgesprochen, dass diejenigen, die es in ihren Wahlkreisen schwerer hätten, die vorderen Listenplätze bekämen, hatte Möhle unserer Zeitung erklärt. „Ich finde das auch fair.“ Von Möhle wird also erwartet, dass er im Wahlkreis Peine siegt.

„Ich setze voll darauf, den Wahlkreis 4 zu gewinnen“, sagt Heiko Sachtleben (Grüne), setzt dann aber mit einem Lachen hinzu, nein, das sei natürlich illusorisch. Da er keinen Platz auf der Landesliste hat, führt für Sachtleben kein Weg nach Hannover. Er hatte keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen. „Ich mache Wahlkampf für die grüne Partei , denn uns geht es vor allem um die Zweitstimme.“ Aber natürlich freue er sich über Erststimmen, gibt Sachtleben zu.

Auch Landtagsabgeordneter Manfred Sohn (Linke) sagt: „Wir brauchen eindeutig die Zweitstimme.“ Da er auf Listenplatz 1 steht, hilft ihm jede Zweitstimme direkt weiter. Allerdings sehen Umfragen seine Partei derzeit mit vier Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Für Sohn kein Grund zur Panik: „Die Umfragewerte hatten wir vor der Wahl vor fünf Jahren auch und kamen am Ende auf 7,1 Prozent.“ Dafür mache er auch intensiv in Peine Wahlkampf.

„Nein“, sagt Olaf Sperling (FDP) und lacht auf die Frage, ob er sich mit seinem Listenplatz 37 Chancen auf den Einzug ins Landesparlament ausrechne. Trotzdem will er in erster Linie Zweitstimmen für die Listenkandidaten sammeln. „Es geht darum, der Partei in Peine ein Gesicht zu geben und für sie zu werben“, sagt Sperling.

Bei Max Rother (Piraten) ist Ernüchterung eingekehrt. Ende August hatte er bezogen auf seinen Listenplatz 19 von einem sportlichen, aber nicht utopischen Ziel gesprochen. „Realistisch betrachtet halte ich die für meinen Einzug nötigen rund 12 Prozent für die Piraten für unwahrscheinlich“, gibt er zu. Er sei aber auch nicht in die Partei eingetreten, um Karriere als Politiker zu machen. „Ich will etwas ändern.“ Deshalb mache er primär Wahlkampf für die Zweitstimme.

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