Freispruch – Taten waren Angeklagtem nicht nachweisbar

Peine  Marihuana an einen 16-Jährigen verkauft zu haben, konnte einem 47-jährigen Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Er wurde freigesprochen.

Verteidiger Marc-Sebastian Löhken (links) und der Angeklagte.

Foto: Bettina Reese

Verteidiger Marc-Sebastian Löhken (links) und der Angeklagte. Foto: Bettina Reese

Während der Verhandlung gestern vor dem Landgericht Hildesheim bestritt der alkohol- und drogenabhängige Angeklagte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Angeklagt war der 47-jährige Mann aus Peine wegen Drogenhandels. Er soll Anfang des Jahres 15 Mal Marihuana an einen 16-Jährigen verkauft haben. Das hatte der Jugendliche bei der Polizei ausgesagt.

„Ich kenne den überhaupt nicht. Ich habe noch nie mit Drogen gehandelt“, sagte der Angeklagte vor der Großen Strafkammer. 15 Jahre war der Mann heroinabhängig und Alkoholiker. Er ist polizeibekannt und hat vom Gericht die Auflage, keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Im Moment befindet er sich zum Entgiften in einer Klinik in Hildesheim.

Beschuldigt hatte ihn der mittlerweile 17-Jährige in einer polizeilichen Vernehmung. Der Jugendliche gab an, jeden Montag, von Januar bis Mitte April 2012, jeweils acht bis zehn Gramm Marihuana an der Wohnung des 47-Jährigen gekauft zu haben. Bei seiner Zeugenaussage vor Gericht konnte er jedoch weder zeitliche Abläufe genau benennen, noch klare und präzise Angaben über die angeblichen Drogenkäufe machen.

Was der junge Mann nicht wusste: Die Wohnung des 47-Jährigen wurde bereits Ende Januar 2012 zwangsgeräumt. Ein Drogenverkauf konnte dort gar nicht stattgefunden haben. Dem Gericht wurde schnell klar, dass auf diese Aussage keine Anklage gestützt werden kann. Dem Gericht blieb nichts anders übrig, als den 47-Jährigen freizusprechen. „Nicht weil wir Sie für unschuldig halten, sondern weil wir Ihnen nichts nachweisen können“, sagte Richterin Karin Brönsturp zum Schluss.

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