Schüler kaufen kaum in Peine ein

Peine  Etwa 900 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren haben an der Umfrage teilgenommen. Vor allem das Kino gilt als „dringend renovierungsbedürftig“.

Bei der Preisübergabe mit (von links): Thomas Severin, Bürgermeister Michael Kessler, Ole Siegel, Alexander Hass und Jörg Breymann.

Foto: Dase

Bei der Preisübergabe mit (von links): Thomas Severin, Bürgermeister Michael Kessler, Ole Siegel, Alexander Hass und Jörg Breymann. Foto: Dase

„Wenn man abends in Peine noch mal mit Freunden einen Kaffee trinken will, dann hat alles schon zu.“ „Das Kino sollte dringend renoviert werden.“ Und: „Wo können wir in der Stadt außer beim Bäcker günstig zu Mittag essen?“

Geht es nach Claudia Nurkiewicz und ihren Mitschülern an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum, dann sollte sich in ihrer Heimatstadt einiges ändern. Seit September haben sich die Schüler im Schulprojekt von Peine Marketing und der City Gemeinschaft mit der Frage beschäftigt: Was bietet Peine für Jugendliche?

Etwa 900 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren haben an der Umfrage teilgenommen – und ein ernüchterndes Fazit über ihre Heimatstadt gezogen: Mehr als 50 Prozent kaufen einen großen Teil ihrer Kleidung lieber in Hannover, Braunschweig oder im Internet als in Peine. Der Grund: Dort sei die Auswahl größer, so antworteten knapp 800 der Befragten – denn große Marken wie H & M, Primark oder Zara gibt es in Peine nicht. Auch an Elektronikangeboten – Handys, Playstation, Computern und Co. – mangelt es aus Sicht vieler Befragten. Etwa 400 Jugendliche gaben an, wegen besserer Atmosphäre und mehr Vergnügungsmöglichkeiten in anderen Städten einzukaufen.

Doch die Umfrage zeigt: Vielen Jugendlichen geht es nicht nur ums Shoppen. Sie wünschen sich mehr Freizeitangebote, Clubs oder Discos in der Stadt – allem voran aber ein schöneres Kino. Wünsche, die auch Peines Bürgermeister Michael Kessler, gut verstehen kann. Zur Renovierung des Kinos sagt er: „Wir hatten das schon vor einiger Zeit geplant. Aber dann haben die Banken kein grünes Licht gegeben.“ Und was ist mit großen Marken wie H & M? „Die Stadt würde solche Geschäfte gerne hier sehen.“ Doch die Bedingungen der schwedischen Modekette etwa seien kaum zu erfüllen: „Die wollen nur ein Ladenlokal in den besten 100 Quadratmetern zwischen Jacobi-Kirche und Härke-Ausschank beziehen.“

Für Jugendliche bedeutet das wohl, weiter zum Einkaufen in die umliegenden Städte zu fahren. Doch es gibt auch Gutes in Peine: In der Umfrage hoben Jugendliche Restaurants und die Fastfood-Kette McDonalds, das Freibad, aber auch Traditionsveranstaltungen wie das Peiner Freischießen hervor.

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