„Halpern & Johnson begeisterte im Peiner Stadttheater

Peine  Viel Beifall des Publikums im Peiner Stadttheater für Lionel Goldsteins Schauspiel „Halpern & Johnson“. Spannung bis zum überraschenden Ende.

Klaus Mikoleit als Halpern und Friedhelm Ptok (links) als Johnson erhielten im Stadttheater viel Beifall.

Foto: Henrik Bode

Klaus Mikoleit als Halpern und Friedhelm Ptok (links) als Johnson erhielten im Stadttheater viel Beifall. Foto: Henrik Bode

Der Beginn ist makaber. Am Grab seiner Frau lernt Halpern – ein Jude – einen Mann kennen. Er fragt ihn, ob er vom Bestattungsinstitut sei. „Nein“, antwortet dieser: „Ich bin ein sehr alter Freund ihrer Frau. Wir hatten eine Verbindung.“

Da dämmert’s bei Halpern. Der ehemalige Altwarenhändler (Schrott und Pappe) war 50 Jahre mit „Flo“, wie er sie nannte, verheiratet. Johnson, ehemaliger Rechnungsprüfer, kannte „Florence“, wie ihr voller Name lautete, schon vor deren Hochzeit mit Halpern. Fragt dieser: „Warum haben Sie sie nicht geheiratet?“ Antwortet Johnson: „Ich bin streng katholisch, sie war Jüdin.“

Halpern hat seine Frau verwöhnt: „Ich habe sie verzogen.“ Sie sei launisch und nachlässig gewesen, morgens schwer in die Gänge gekommen. Schließlich explodiert Halpern und bezeichnet die Tote als „Schlampe“.

Johnson habe hingegen wohl nur ihre Schokoladenseite kennengelernt. „Unsere Beziehung war nach Ihrer Hochzeit rein platonisch, aber sehr vertraulich“, sagt Johnson. Sie hätten sich drei Mal im Jahr getroffen, viel geredet, über Politik und Kunst diskutiert.

Am Ende des Stücks stellt sich heraus, dass auch Halpern eine Affäre hatte. „Was im Leben zählt, sind Gefühle“, sagt Johnson. „Da haben Sie wohl recht“, antwortet Halpern.

Um in einem solchen Zwei-Personen-Stück zwei Stunden den Spannungsbogen durchzuhalten, bedarf es erfahrener Schauspieler mit Stehvermögen. Klaus Mikoleit als Halpern und Friedhelm Ptok als Johnson bildeten ein überzeugendes Duo, das die unterschiedlichen Figuren unter der Regie von Felix Prader glaubwürdig verkörperte.

Die Besucher im gut besetzen, aber nicht ausverkauften Stadttheater belohnten die Darsteller mit dankbarem Beifall und Klatschmärschen.

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