Kleinste Lösung kostet 250 000 Euro, die größte 3,2 Millionen

Wendeburg  Der Runde Tisch Sporthalle Bortfeld hat viele Ergebnisse zusammengetragen, nun beginnt das Abwägen: Was kann, was will sich die Gemeinde leisten?

Mehrfach haben Vertreter aus Kommunalpolitik, Arbeitsgemeinschaft Sport und Verwaltung sich getroffen, dabei auch die Hallenzeiten gemeindeweit geprüft. „Die Hallen sind vollständig ausgelastet“, nannte Bürgermeister Gerd Albrecht auf Nachfrage unserer Zeitung das Ergebnis in diesem Punkt. „Zusätzliche Trainingszeiten und weitere Angebote wie zum Beispiel Basketball und Volleyball sind nicht möglich.“

Dass der Zeitplan eng geworden sei, begründe sich auch im Ausbau der Ganztagsbetreuung der Schulen: Die Sporthalle der Aueschule wie auch die Halle der Grundschule könnten weniger als in den Vorjahren genutzt werden. Letztgenannte könne bedingt durch ihre kleine Größe auch nicht für alle Sportarten genutzt werden.

Dass der Zustand der 1974 erbauten Bortfelder Sporthalle schlecht sei, sei unstrittig, so der Bürgermeister weiter. Der Minimalsanierungsaufwand ohne energetische Maßnahmen liege bei 250 000 bis 300 000 Euro. Eine zusätzliche energetische Sanierung mit Modernisierung sei mit etwa 1,2 Millionen Euro zu veranschlagen: Das mache 1,5 Millionen Euro, für eine vergleichbare neue Halle sei mit 1,8 Millionen zu rechnen.

Thematisiert wurde am runden Tisch jedoch auch dies: „Weder mit einer Sanierung noch einem Neubau mit denselben Maßen wie bisher würden sich die Hallenzeiten verändern“, sagte Gerd Albrecht. Daher wurde der Blick auch auf einen Neubau einer Halle mit 24 mal 44 Meter Spielfläche gerichtet. Ohne Zuschauerplätze würde sie 2,3 bis 2,5 Millionen Euro kosten, mit Raum für Zuschauerplätze 2,4 bis 2,9 Millionen Euro und mit Tribüne 2,8 bis 3,2 Millionen Euro.

Geklärt wurde auch dies: Ein Neubau am alten Standort wäre möglich. „Dann aber würden für längere Zeit während des Abbruchs und Neubaus – zwölf bis 18 Monate – Sport wie auch Schulsport ausfallen“, erinnert der Bürgermeister – kostenunabhängig – an den Haken, der damit verbunden wäre. Und Gerd Albrecht hält auch dies vor Augen: Was den Schulsport anbelangt, ist die Gemeinde in der Pflicht, während es sich bei den Vereinen um eine freiwillige Leistung handele.

„Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau können Kommunen günstige Investitionskredite aufnehmen. Auch Investitionen in die kommunale Infrastruktur werden gefördert“, erklärt der Bürgermeister weiter. Doch auch das ist kein Geheimnis: „Die finanzielle Situation der Gemeinde ist angespannt.“ So groß der Wunsch nach einer neuen Sporthalle auch sei, so genau gelte es daher die Für und Wider abzuwägen.

Wenn gebaut werde, gelte es zu überlegen, ob die Vereine als Bauherr auftreten oder ob eine GmbH gegründet werde. „Es gibt da viele Modelle.“ Eine größere Halle könne zwar intensiver genutzt werden, verursache aber auch höhere Betriebskosten, nennt der Bürgermeister einen weiteren Punkt, den es zu berücksichtigen gilt.

Auch mit der Frage, ob mit einer neuen Halle die weiteren Bortfelder Bedarfe befriedigt werden könnten, befasste man sich am Runden Tisch. Klare Antwort: Nein. „Es wird weder mit der Feuerwehr noch mit dem Theaterkreis eine Kombination möglich sein.“

Nachdem der Runde Tisch seine Arbeit abgeschlossen hat, werden nun die Fraktionen beraten, wie es in Bortfeld weitergehen soll.

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