Bildband über Generationen soll zu den Wurzeln führen

Wendeburg  Psychotherapeutin Sabine Lück: Familien wissen sehr wenig voneinander – Generations-Code-Centrum soll in Wendeburg entstehen

Mit diesem Foto hat die Andrea Aplowski 2011 den dritten Preis beim Bundeswettbewerb „Was heißt schon alt!“ gewonnen. .

Foto: Andrea Aplowski

Mit diesem Foto hat die Andrea Aplowski 2011 den dritten Preis beim Bundeswettbewerb „Was heißt schon alt!“ gewonnen. . Foto: Andrea Aplowski

Ob Vater und Tochter oder Großeltern und Enkel – Sabine Lück von der Stiftung „Für Kinder“ ruft sie dazu auf, sich fotografieren zu lassen und ihre Geschichte zu erzählen. „Inhaltlich sollte es sich um das drehen, was die Alten den Jungen mit auf den Weg geben wollen – oder auch umgekehrt, was beispielsweise eine Tochter ihrem Vater zurückgeben möchte.“

„Es geht mir um den Blick an die Wurzeln“, sagt die Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, die in Wendeburg wohnt, dort zu Teilen auch arbeitet und für die Stiftung das Generations-Code-Zentrum in Wendeburg aufbauen will.

Wie berichtet, ist „Generations Code für Kinder“ ein Therapiekonzept, das sich mit dem archaischen Grundkonflikt zwischen Eltern und Kindern befasst – und dem daraus erwachsenden Loyalitätsvertrag des Kindes mit den Eltern. Ziel ist es, blockierte Identitätsentwicklungen aufzulösen. In dem Zentrum soll Kindern mit seelischen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten geholfen werden.

„In meiner Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass die Familien sehr wenig voneinander wissen“, berichtet Sabine Lück, wie sie auf die Idee mit dem Bildband gekommen ist.Manche Kinder könnten nicht einmal mehr die Vornamen ihrer Großeltern benennen, geschweige denn etwas über ihr Leben erzählen.

Mit dem Bildband-Projekt wolle sie die Menschen zum Nachfragen anregen. Dass es diese Menschen in der Gemeinde Wendeburg gibt, davon ist sie fest überzeugt. „Viele alte Menschen sind gerne bereit, ihre Geschichte zu erzählen.“ Als Fotografin hat die Stiftung die Braunschweiger Hobbyfotografin Andrea Aplowski für das Projekt gewonnen. Sie hat im vergangenen Jahr den dritten Preis bei dem Bundeswettbewerb „Was heißt schon alt!“ gewonnen, der vom Bundesministerium für Familien, Jugend, Frauen und Senioren ausgeschrieben worden war.

Der Generations-Code verkürzt: Jedes Elternteil möchte, dass es sein Kind einmal besser habe, die Dinge bekomme, die die Eltern nicht bekommen haben. Das Kind nehme die hinter diesen guten Wünschen liegenden Botschaften der Eltern instinktiv auf, erklärt Sabine Lück, und es gehe mit den Eltern einen „Treuevertrag“ ein. Das heißt, es werde gestressten, überforderten Eltern nicht die eigene Bedürftigkeit zumuten, sondern seine Gefühle und Wünsche in sich verschließen. Das könne so weit führen, dass das Kind zugunsten der Eltern sogar Teile seiner Persönlichkeit opfere. Hat ein Kind Probleme, gelte es daher, in der Kindheit der Eltern zu forschen. „Mit dem Generations-Code werden Eltern und Kinder bei der Suche nach Lösungen für Problemverhalten zusammengeführt, anstatt sie, wie heute noch oft üblich, auseinanderzureißen“, sagt Sabine Lück.

Weitere Informationen: www.fuerkinder.org und www.genaration-code.de.

Kontakt für Fragen und Termine zum Bildband „Generationen in Wendeburg“: Manuela Schiffner, Telefonnummer (0178) 7 83 68 33

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