Mutter: Mein Sohn wurde an Halloween gewürgt

Peine  Die Kinder haben in Vechelde an Haustüren geklingelt und in Begleitung eines Erwachsenen um Süßigkeiten gebeten – da passierte es.

Karin Karalic ist immer noch ganz aufgewühlt nach dem Halloween-Erlebnis ihres Sohnes.

Foto: Florian Kleinschmidt

Karin Karalic ist immer noch ganz aufgewühlt nach dem Halloween-Erlebnis ihres Sohnes. Foto: Florian Kleinschmidt

Für die Vechelderin Karin Karalic endete Halloween mit einem ganz realen Schrecken: Ihr Sohn sei von einer Frau gewürgt worden, als er an deren Tür geklingelt habe, um Süßigkeiten zu bekommen, sagt sie. Die Frau habe offenbar aus religiösen Motiven gehandelt. „Ich bin immer noch ganz aufgewühlt“, sagt die Kindergarten-Erzieherin über das, was ihrem achtjährigen Sohn und dem zehn Jahre alten Sohn einer Freundin am Halloween-Abend passiert sei.

Es sei gegen 18 Uhr gewesen, als die beiden zusammen mit drei weiteren Kindern und in Begleitung eines Erwachsenen an der Tür der Frau geklingelt hätten, berichtet Karalic. „Die beiden standen vorne an der Tür und baten um Süßigkeiten und wurden von der älteren Dame plötzlich gewürgt.“ Ihr Sohn habe Angst gehabt und geweint, berichtet die 34-Jährige. „Er ist Asthmatiker und hätte durch diesen Vorfall einen Asthmaanfall bekommen können.“

Eine halbe Stunde später sei sie mit ihrem Sohn noch einmal zu der Frau gegangen. „Mir hätte es gereicht, wenn sie sich entschuldigt hätte.“ Stattdessen habe sie sie aber beschimpft, weil sie ihr Kind an Halloween draußen herumlaufen lasse. „Die Frau sagte mir, an Halloween liefen nur Tote herum, und sie habe die Kinder gewürgt, um ihnen das klarzumachen, und sie gefragt, ob sie denn tot sein wollten“, berichtet Karalic.

„Gleichzeitig versuchte ihr Mann, uns Flyer irgendeiner Sekte, die über Halloween informierten, in die Hand zu drücken“, sagt Karalic. Im Hausflur habe sie ein großes, beleuchtetes Kreuz gesehen. Die Mutter geht daher von einer religiösen Motivation aus. „Dabei wollten die Kinder einfach nur Spaß haben. Wen das stört, der kann seine Tür doch einfach zu lassen.“

Zur Polizei sei sie zwar gegangen, ob sie Anzeige erstatten wolle, überlege sie aber noch. Ein Sprecher der Vechelder Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass Karalic den Fall dort vorgebracht habe.

Die Identität der Frau wollte Karalic nicht mitteilen. Sie wolle die Situation nicht weiter verschärfen.

Der Polizei seien bislang keine solchen Übergriffe auf Kinder an Halloween bekannt, teilte Peines Polizeisprecher Stefan Rinke ebenfalls auf Anfrage mit.

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