Pferdeschändung – „Stute muss vor Schmerzen gewiehert haben“

Groß Gleidingen  Ein Schock für Jochen Heyer: Seine Stute war übersäht mit Wunden. Inzwischen sind die Verletzungen zwar verheilt, doch die schlimme Erinnerung bleibt.

Jochen Heyer mit seinen beiden Pferden „Emillion“ (links) und „Gute.Laune.“ auf der Weide.

Foto: Henrik Bode

Jochen Heyer mit seinen beiden Pferden „Emillion“ (links) und „Gute.Laune.“ auf der Weide. Foto: Henrik Bode

„Wer macht so etwas?“ – diese Frage hat sich das Ehepaar Heike und Jochen Heyer aus Groß Gleidingen oft gestellt, ohne eine Antwort zu finden. Immerhin: Die Hannoveraner Stute macht inzwischen schon fast ihrem Namen – „Gute.Laune.“ – alle Ehre, nachdem sie von Unbekannten so schwer verletzt worden ist. „Rund 40 Wunden haben die Tierärzte an dem Tier festgestellt“, ist Jochen Heyer erschüttert.

Neugierig schreitet „Gute.Laune.“ zusammen mit dem Wallach „Emillion“ auf der Weide an die Besucher heran, beschnuppert die Gäste. „Die Stute ist brav und artig“, sagt Jochen Heyer über die Stute – diese Eigenschaft und die Neugierde dürften dem zwölf Jahre alten Tier zum Verhängnis geworden sein. „Ich gehe davon aus, dass einer der Tierquäler die Stute festgehalten hat, ein anderer hat auf sie eingeschlagen.“ Die schwarzbraune Stute müsse vor Schmerzen laut gewiehert haben, doch das habe niemand gehört. Die Schnitt- und Stichverletzungen seien inzwischen verheilt, langsam soll das „Gute.Laune.“ wieder gesattelt und geritten werden. „Das war bislang nicht möglich, weil das Pferd in Sattellage faustdicke Prellungen erlitten hat“, sagt Heyer, der seit 40 Jahren Pferde hält: „So eine Tierquälerei habe ich noch nie erlebt.“

Auch „Emillion“ haben die Peiniger verletzt mit zwei Wunden am Hals. Doch der achtjährige Wallach – ebenfalls ein Hannoveraner – wusste sich zu wehren. „Wenn er bedrängt wird, schlägt er mit den Vorder- und Hinterbeinen aus“, weiß Jochen Heyer. „Wir vermuten, dass die Tierschänder eine Hacke, eine Harke, einen Dreizack oder Ähnliches benutzt haben“, gibt der 67-Jährige die Aussagen der Polizei und der Tierärzte wieder.

Zugetragen hat sich die Attacke am Samstag, 6. Oktober (einen Tag vor dem Erntedankfest), auf einer der Weiden am Friedhofsweg in Groß Gleidingen – und zwar zwischen 11 und 15 Uhr. „Also am helllichten Tag“, ist Heyer fassungslos: „Allerdings hat es zu der Zeit wie aus Eimern geschüttet.“

Der Groß Gleidinger, der Anzeige erstattet hat wegen Tierquälerei, appelliert an die Bevölkerung, „wachsam zu sein, damit so eine Straftat nie wieder passiert“.

Zeugenhinweise für die Attacke auf die beiden Pferde der Familie Heyer am 6. Oktober an die Vechelder Polizei unter Telefon (0 53 02) 22 25.

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