„Blende 38“: Ausschnitte der Wirklichkeit

Vechelde  Zum zweiten Mal präsentieren 18 Fotografen ihre Bilder in Vechelde. Dabei setzen sie ihre Lieblingsfotografien oder neueste Aufnahmen in Szene.

Fotografenehepaar Heike und Heiko Wünsch (Mitte) erläutern ihre Fotografie.

Foto: Nina Schacht

Fotografenehepaar Heike und Heiko Wünsch (Mitte) erläutern ihre Fotografie. Foto: Nina Schacht

Manche Bilder verschwinden in einem Schuhkarton, andere wiederum auf der Festplatte des Computers. „So war das auch bei mir“, sagt Mara Faber, Fotografin aus Vechelde. Gemeinsam mit ihren 17 Kollegen aus der Fotogruppe „Blende 38“, allesamt heimisch im Postleitzahlengebiet 38, stellt sie Werke im Vechelder Rathaus aus. Der große Besucherandrang auf der Vernissage mochte die Fotografin Mara überraschen, bei Betrachtung der Fotos erklärte sich dieser jedoch von selbst. Die Bilder zeigen, dass die Fotografen ihr Handwerk verstehen. Sie präsentieren Ausschnitte der Wirklichkeit und deren künstlerische Interpretation.

Bereits zum zweiten Mal stellen die Fotografen ihre Bilder in Vechelde aus. Einem einheitlichen Thema widmet sich die Gruppe dabei nicht. Lieblingsfotografien oder neueste Aufnahmen werden auf der Ausstellung in Szene gesetzt. Dabei wechseln sich Landschaftsaufnahmen mit architektonisch-geometrischen Motiven und Aktaufnahmen ab.

Beim Betrachten der Werke fällt eine Installation aus Porträtaufnahmen ins Auge. Der Braunschweiger Fotograf Michael Papendieck fotografierte die „Blende 38“-Mitglieder in Nahaufnahme und setzte die Einzelporträts zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Jedes dieser Bilder wirkt für sich und gleichzeitig in einer Gesamtdarstellung.

Auf diesen Fotos scheint sich das Verständnis der Fotogruppe zu offenbaren. Jeder für sich möchte mit seinen Werken seine Individualität bewahren, gleichzeitig verstehen sich die einzelnen Fotografen jedoch als Kollektiv mit einer gemeinsamen Leidenschaft. Und diese teilen sie einmal im Monat bei der Betrachtung ihrer Fotos. Dabei werden Techniken diskutiert, Fachartikel besprochen und Tipps gegeben. „Wir kritisieren und motivieren“, sagt Fotograf Andreas Parke aus Salzgitter.

Bei seinen Fotos lohnt ein Blick aus unterschiedlichem Betrachtungswinkel. Dabei erscheinen einzelne Motive der langzeitbelichteten Bilder dem Betrachter entgegen zu wachsen. Die Aufnahmen von Heribert Maurer hängen im Rathaus ein Stockwerk darunter. Dem Denstorfer gelingt auf seinen Fotos ein Überraschungseffekt, der nicht zuletzt von seinen kreativen Bildtiteln unterstrichen wird.

Die ausgestellten Fotografien sind käuflich zu erwerben. Informationen zu den Bildern und den Fotografen sind in einem Heft zusammengestellt, das im Rathaus ausliegt. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses bis zum 7. Dezember besucht werden.

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