Polizei: Generell sind Kreisel für den Verkehrsfluss positiv

Peine  Kreisel statt Ampel-Kreuzungen zu bauen ist in Mode. Unproblematisch sind sie aber nicht an jeder Stelle, wie das Beispiel Stederdorf zeigt.

Der Stederdorfer Kreisel.

Foto: Sascha Drömer/Picturesmile

Der Stederdorfer Kreisel. Foto: Sascha Drömer/Picturesmile

Peines Baudirektor Henning Schulz sagt: „Zwischen den 70er und 90er Jahren war in Deutschland in Sachen Kreisel absolute Ruhe.“ Und die Leiterin der Abteilung Straßenbau bei der Stadt Petra Krefeld erinnert sich: „2000/2001 waren wir für die Kreuzung Duttenstedter Straße/Ostrandstraße noch von einer Ampel ausgegangen.“ Dann kamen die Kreisverkehre auf – und heute ist dort der „Ascherslebener Kreisel“. Zur Zufriedenheit der Stadtverwaltung: „Der Verkehr am Kreisel läuft stressfreier, es gibt wesentlich weniger Unfälle als an Ampeln.“

Der jüngste Peiner Kreisverkehr, 2011 an der Heinrich-Hertz-Straße in Stederdorf gebaut, beschäftigt aber die Lokalpolitik. Dort könnten Radfahrer und Fußgänger nun nicht mehr die Straße überqueren, sagt die CDU-Stadtratsfraktion. Sie fordert den Bau einer Überquerungsmöglichkeit.

Viele Fahrradfahrer und Fußgänger nutzten weiter den Weg aus der Feldmark aus Richtung Duttenstedt und Essinghausen in die Heinrich-Hertz-Straße, schreibt die CDU im Antrag. „Dies ist zurzeit nur möglich, wenn dabei, trotz Verbot, der Kreisel benutzt wird.“ Die CDU schlägt eine Überquerungsmöglichkeit unmittelbar vor dem Kreisel aus Richtung Norden vor.

Ordnungsamtsleiter Lutz Hoffmann betont, die Verwaltung wolle der politischen Beratung nicht vorgreifen. Er sagt aber auch, er habe bereits am Mittwoch reagiert und nachzählen lassen: „Wir haben zwei Radfahrer und einen Fußgänger gezählt – in acht Stunden.“ Ein Andrang der „eher bescheiden“ sei. Und Schulz gibt zu bedenken, eine Überquerung sei dort „unter Einhaltung der Verhältnismäßigkeit der Mittel“ nicht zu realisieren.

Krefeld hält dem Ergebnis der Zählung entgegen: „Wir haben an dieser Stelle ein Aufkommen von rund 20 000 Fahrzeugen pro Tag. Zehn Prozent davon sind Lkw.“ Für den Verkehrsfluss sei der Bau des Kreisels sehr positiv gewesen.

Obwohl jüngst tiefe Furchen in der Bepflanzung des Kreisels etwas anderes vermuten ließen. „Am Montag hat Lkw-Fahrer den Kreisel wohl zu spät bemerkt“, erklärt Krefeld. Der Fahrer habe sicher nicht versucht, den Kreisel zu schneiden. Der Lastwagen sei im Kreisel steckengeblieben und habe herausgezogen werden müssen. Hoffmann betont: „An Kreisverkehren gibt es mal Blechschäden, aber selten schwere Unfälle.“

Das bestätigt auch die Polizei-Sprecher Stefan Rinke: „Besondere Gefahrenstellen sind uns derzeit nicht bekannt.“ Auch besonders gefährliches Fahrverhalten an bestimmten Kreiseln sei der Polizei nicht bekannt.

Rinkes Fazit: „Kreisel sind an geeigneten Stellen ein wirksames Mittel, um den Verkehr fließen zu lassen und die Wartezeiten zu minimieren.“

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