Kluft zwischen Arm und Reich in Peine wird größer

Peine  Vertreter der Wohlfahrtsverbände diskutierten mit Politikern über Arbeitslosigkeit, Bildungschancen, Suchthilfe und Schuldnerberatung.

Vertreter der Wohlfahrtsverbände diskutierten mit der Politik.

Foto: Stobäus

Vertreter der Wohlfahrtsverbände diskutierten mit der Politik. Foto: Stobäus

„Die Welt ist in Peine nicht in Ordnung.“ Auch hier werde die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Mit diesen Worten eröffnete Markus Lenz von der Diakonie die Veranstaltung in der Peiner Tafel. Eingeladen hatten die Wohlfahrtsverbände Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer und Arbeiterwohlfahrt. Von ihnen waren 20 Mitarbeiter gekommen sowie die Politiker Christoph Plett (CDU) und Matthias Möhle (SPD).

Zwei Stunden ging es um Themen wie Arbeitslosigkeit, Bildungschancen, Suchthilfe, Schuldnerberatung und soziale Betreuung. Gerhard Nolte, Geschäftsführer der Peiner Caritas, sagte zum Beispiel: „Es ist ein Skandal, dass es auch im Kreis Peine immer mehr sogenannte Aufstocker gibt.“ Das sind Arbeitnehmer, die trotz eines Vollzeitjobs Hilfe vom Arbeitsamt in Anspruch nehmen müssten. Bedenklich sei auch, dass nach der aktuellen Schuleingangsuntersuchung fast jedes fünfte Kind noch nicht in der Lage sei, eine Grundschule zu besuchen. Positiv hervorzuheben sei, dass der Landkreis Peine weniger Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss habe als Niedersachsen insgesamt.

„Das ist sicherlich auch auf die erfolgreiche Arbeit der Verbände zurückzuführen“, meinte Lenz. Dennoch: Viele müssten befürchten, dass Gelder gekürzt würden, obwohl sie bei immer schwieriger werdenden Verhältnissen eigentlich mehr Gelder benötigten. Arbeitsstätten wie „Labora“ zum Beispiel blickten in eine unsichere Zukunft.

„Wir müssen uns auf Schwierigkeiten einstellen“, fürchtete auch Plett. Obwohl die sozialen Angebote alle ihre Berechtigung hätten, lobte er. Die wirtschaftliche Lage Europas werde möglicherweise Kürzungen erfordern. Man könne demgegenüber zum Beispiel versuchen, Hilfs-Angebote zusammenzuziehen und so Standorte zu behalten. „Alle müssen überlegen, wie neue Strukturen zu organisieren sind. Sonst werden andere kommen und das tun.“

Möhle gab zu bedenken: „Jeden Cent, den wir nicht in Prävention stecken, müssen wir hinterher trotzdem zahlen.“ Es sei genug Geld da, wenn man sich die gesamte Volkswirtschaft ansehe. „Wir haben hier in Peine eine sehr gut ausgebildete Struktur sozialer Hilfsorganisationen.“ Dies sei ein Pfund, um das es gemeinsam zu kämpfen gelte.

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