„Die Nachbar-Katzen benutzen meinen Garten als Toilette“

Dungelbeck  Rainer Kielhorn ist verärgert: „Die Katzen der Nachbarschaft benutzen meinen Garten als Toilette.“

Rainer Kielhorn in seinem Gemüsebeet in Dungelbeck.

Foto: Henrik Bode

Rainer Kielhorn in seinem Gemüsebeet in Dungelbeck. Foto: Henrik Bode

Kielhorn fordert eine Katzensteuer, um die Zahl der Katzen zu reduzieren. „In meiner Nachbarschaft gibt es bestimmt 12 Katzen.“ Und die, sagt der Gartenfreund, suchten sein Gemüsebeet und Rasen am Haus heim. Er habe sich über Möglichkeiten, die Katzen fernzuhalten, informiert. „Rechtlich könnte ich meinen Nachbarn verbieten, ihre Katzen auf mein Grundstück zu lassen, aber was soll das bringen?“ Außerdem gebe es einen Strauch, der Katzen fernhalten solle, sagt der 73-Jährige. „Aber der müsste um das ganze Grundstück gepflanzt werden.“ Deshalb forderte Kielhorn in der letzten Ortsratssitzung den Dungelbecker Ortsrat auf, sich für eine Katzensteuer einzusetzen. „Vielleicht hält das Geld manchen ab, sich eine Katze anzuschaffen.“

Ortsbürgermeister Bernd-Detlef Mau sagt dazu: „Darüber hat der Ortsrat noch nicht gesprochen.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Peine will aufgrund von Kielhorns Anregung das Thema aber in seiner Fraktion ansprechen.

Wolfgang Kiesswetter, Vorsitzender des Tierschutzvereins Peine, hält nichts von einer Katzensteuer. „Die würde nur die sozial Schwachen treffen und abhalten, eine Katze zu halten.“ Während die Hundesteuer durch den öffentlichen Aufwand, den Hunde zum Beispiel für die Reinigung von öffentlichen Flächen verursachen, begründbar sei, gelte dies für Katzen nicht. „Sinnvoll wäre eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen, um die unkontrollierte Vermehrung zu verhindern“, sagt Kiesswetter. Die koste bei Katzen 70 Euro, bei Katern bis 120 Euro und helfe langfristig.

Stadt-Sprecherin Karin Richter sagt auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine Katzensteuer wird derzeit weder von der Verwaltung erwogen, noch von der Politik gewünscht.“

Der Stadtverwaltung sei nicht bekannt, wie groß die Katzenpopulation in Dungelbeck ist. „Diesbezügliche Problemlagen dort oder anderswo im Stadtgebiet sind nicht bekannt“, sagt Richter.

Dezernent Friedhelm Seffer hält eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen für sinnvoll. Konkrete Pläne dazu gebe es im Peiner Rathaus allerdings nicht, sagt Richter.

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