Tochter von Loriot klagt in Braunschweig gegen Biografie

Braunschweig  Nur zwei Wochen nach dem Tod von Loriot erschien im Münchner Riva-Verlag eine Biografie über den Komiker. Dessen Tochter sieht Urheberrechte verletzt – und klagt in Braunschweig.

Der Humorist Vicco von Bülow.

Foto:  Soeren Stache/dpa (Archiv)

Der Humorist Vicco von Bülow. Foto:  Soeren Stache/dpa (Archiv)

Eine Tochter des Komikers Vicco von Bülow will erreichen, dass eine Biografie über ihren Vater per Gerichtsbeschluss vom Markt genommen wird. Die Tochter beklagt, dass urheberrechtlich geschützte Zitate von Loriot verwendet wurden. Am Dienstag wird die Unterlassungsklage gegen den Münchner Riva-Verlag im Landgericht Braunschweig verhandelt.

Um Geld geht es der Klägerin nicht, betont ihre Anwältin Christine Danziger. „Es geht einfach darum, wie hier mit einem Künstler und seinem Werk umgegangen wurde“, sagte die Juristin.

Vicco von Bülow war im August vergangenen Jahres gestorben. Knapp zwei Wochen später erschien das Buch des Journalisten Dieter Lobenbrett im Riva-Verlag. Der Verlag weist die Vorwürfe entschieden zurück. Das Buch bestehe nur zu acht Prozent aus Zitaten und der Autor habe die Quellen dafür ordnungsgemäß genannt, sagte eine Verlagssprecherin.

Das Buch enthält Zitate von Loriot über sein Leben und Wirken unter anderem aus Interviews und aus seinen Werken. Die Klägerin argumentiert, dass die Übernahme der Zitate unzulässig ist, weil die Erben der Verwendung nicht zugestimmt hätten.

Der Verlag meint hingegen, da Loriot zu Lebzeiten die ausschließlichen Nutzungsrechte an seinen Werken einem Verlag übertragen habe, sei nur dieser klagebefugt. Auch inhaltlich sei die Klage unbegründet, da viele der übernommenen Zitate nicht urheberrechtsfähig seien.

Über den Streit entscheidet nun eine Zivilkammer des Landgerichts Braunschweig. „Da das Buch deutschlandweit verkauft wird, konnte an jedem Ort Klage eingereicht werden“, erläuterte der dortige Gerichtssprecher Detlev Rust. Braunschweig sei wurde von der Klägerin und ihrer Anwältin in der Hoffnung gewählt, dass es an einem kleineren Gericht schneller zu einer Verhandlung komme.

Ein Urteil wird es aller Voraussicht am Dienstag nicht geben. Wenn es zu keinem Vergleich kommt, wird einige Zeit nach der Verhandlung ein Verkündungstermin festgelegt. dpa

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