Missbrauchs-Affäre bei der BBC zieht Kreise

London  Die britische BBC kommt nicht zur Ruhe. Mit einer Großuntersuchung will die Polizei jetzt Licht in den Missbrauchskandal bringen. Ein weiterer Verdächtiger wurde verhört.

Nach den Vorwürfen gegen den vor einem Jahr gestorbenen Moderator Jimmy Savile ist mit dem 69 Jahre alten TV-Comedian Freddie Starr ein weiterer Prominenter festgenommen worden. Die Polizei befragte ihn wegen des Verdachts, in den Missbrauch involviert gewesen zu sein.

Am vergangenen Wochenende war bereits der 70er-Jahre Rocker Gary Glitter festgenommen und von der Polizei befragt worden. Beide sind inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Starr bestreitet jede Vorwürfe. Er hatte bereits zuvor angeboten, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, um die Vorwürfe aus der Welt schaffen zu können.

In dem Skandal sollen 300 junge Menschen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sein. Die Polizei hat inzwischen eine Großuntersuchung eingeleitet. Die Verantwortlichen bei der BBC sehen sich mit der Frage konfrontiert, wer in der renommierten Sendeanstalt von den Vorgängen gewusst hat. 2006, als Savile nach mehr als 40 Jahren die letzte reguläre Sendung seiner Reihe «Top of the Pops» moderiert hatte, waren Spekulationen bereits im Umlauf.

Die BBC will nun nach Informationen der «Mail Online» die Archivsendungen von «Top of the Pops» mit Savile als Moderator nicht mehr als Wiederholungen ausstrahlen. «Wir werden sehr genau hinsehen, ob die Ausstrahlung von Material mit Jimmy Savile gerechtfertigt ist», zitierte die Zeitung einen Sprecher der BBC. (dpa)

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