Alkoholpanscher-Prozess um tote Schüler wird aufgerollt

Istanbul  Der neue Prozess wegen der tödlichen Vergiftung von drei Schülern aus Lübeck mit gepanschtem Alkohol in der Türkei wird nach Meinung der Opferanwältin ein längeres Verfahren.

Frank Eckhard Brandt ist der Anwalt der drei Lübecker Schüler, die im März 2009 während einer Klassenfahrt in der Türkei an einer Methanolvergiftung starben.

Foto: Sefa Karacan

Frank Eckhard Brandt ist der Anwalt der drei Lübecker Schüler, die im März 2009 während einer Klassenfahrt in der Türkei an einer Methanolvergiftung starben. Foto: Sefa Karacan

Dabei müsste das Gericht in Antalya die geschäftlichen Beziehungen zwischen einem Hotel und den Alkoholpanschern im Detail untersuchen, sagte Deniz Yildirim am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul. Der Prozess sollte am Nachmittag neu aufgerollt werden.

Bei einer Klassenfahrt im Jahr 2009 war einer Schülergruppe aus Lübeck in einem Hotel in der Stadt Kemer gepanschter, tödlicher Alkohol serviert worden. Ein 21-Jähriger starb an einer Methanolvergiftung, ein 17- und ein 19-Jähriger fielen ins Koma und starben später in der Uniklinik Lübeck.

Die beiden Hauptangeklagten, zwei Getränkelieferanten, bekamen 2011 eine Haftstrafe von je 60 Jahren. Ein Einkaufsmanager und der Restaurantchef des Hotels wurden wegen fahrlässigen Totschlags und fahrlässiger Körperverletzung jeweils zu fünf Jahren verurteilt. Das Revisionsgericht in Ankara hob die Urteile später auf und forderte für die Hersteller und Verkäufer des Giftalkohols höhere Strafen.

«Es geht nun heute zunächst darum, ob das Gericht in Antalya die Entscheidung des Kassationsgerichtes akzeptiert. Davon gehe ich aber aus», sagte Yildirim. (dpa)

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