Tote durch Hurrikan «Sandy» in der Karibik

Havanna/Mexiko-Stadt  Hurrikan «Sandy» hat bei seinem zerstörerischen Zug durch die Karibik mindestens 21 Menschen getötet. In Kuba starben elf Menschen, neun in Haiti und einer in Jamaika.

Ein Hurrikan hat eine Spur der Verwüstung in der Karibik hinterlassen. Dieses Mal hat es den Osten Kuba besonders hart getroffen.

Foto: Miguel Rubiera

Ein Hurrikan hat eine Spur der Verwüstung in der Karibik hinterlassen. Dieses Mal hat es den Osten Kuba besonders hart getroffen. Foto: Miguel Rubiera

In der Nacht zog der Sturm über die Bahamas nach Norden und nimmt nun Kurs auf die USA. Dort warnten Wetterexpertern auf ein Zusammentreffen mit einem Wintersturm. Rechtzeitig zu Halloween am 31. Oktober droht nach Medienberichten ein «Frankenstorm».

Betroffen war am Donnerstag bereits der Süden Floridas, wo heftige Regenfälle niedergingen. Am Flughafen von Miami wurden die Flüge in die Karibik eingestellt. Die Behörden warnten Schwimmer davor, ins Wasser zu gehen, berichtete der Nachrichtensender CNN. Doch viele Surfer nutzen den starken Wellengang, den die Ausläufer des Sturms ausgelöst hatten.

«Sandy» werde die kommenden Tage an der Ostküste der USA entlangziehen und möglicherweise am Dienstag bei New Jersey auf Land treffen, so das National Hurricane Center in Miami. Der Sturm könnte schwerere Schäden anrichten als Hurrikan «Irene» im Vorjahr, sagte CNN-Wetterexperte Chad Myers. «Das könne ein "perfekter Sturm" werden, wie vor 21 Jahren. Es kommt darauf an, wo er auf Land trifft.» Damals trafen ein Hurrikan und ein Sturm mit kalter Luft aus dem Nordosten zusammen und richteten Schäden von Hunderten Millionen Dollar an.

«Sandy» richtete vor allem in den kubanischen Provinzen Santiago de Cuba und Holguín schwere Zerstörungen an. 330 000 Menschen mussten sich am Donnerstag in Sicherheit bringen, als der Hurrikan mit 175 Stundenkilometern über den Osten des Landes hinwegfegte. «Ich habe noch nie einen so starken Hurrikan erlebt», sagte eine Einwohnerin der Stadt Palma Soriano dem Radiosender Rebelde. «Ich dachte das Ende der Welt sei gekommen.»

Es kam zu Überflutungen in Küstengegenden, Flüsse traten über die Ufer und Häuser stürzten ein. Der Wind riss Bäume und Strommasten um. Es ist die schwerste Naturkatastrophe, die Kuba seit dem Hurrikan «Dennis» im Jahr 2005 heimgesucht hat. In der Provinz starben nach Angaben des Zivilschutzes neun Menschen, vier davon, als ihre Häuser einstürzten. «Sandy» brachte in Santiago de Cuba über 4000 Häuser zum Einsturz und beschädigte rund 27 000 weitere, teilten die Behörden mit. Auch die Stadt Holguín wurde von dem Sturm schwer heimgesucht, wie die Zeitung «Juventud Rebelde» berichtete. Präsident Raúl Castro kündigte an, die Region am Freitag zu besuchen.

In Haiti, das nur von den Ausläufern des Wirbelsturms getroffen wurde, war vor allem das westlichen Departement Grand Anse betroffen. (dpa)

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