Polizei Bremen rechnet mit Zeitgewinn durch ihre „Onlinewache“

Hannover  Die Digitalisierung ist bei der Polizeiarbeit nicht mehr wegzudenken. Vieles geht dadurch schneller und effizienter.

Eine Frau blickt in Hannover auf einen Bildschirm mit einem «Online-Wache»- Portal der Polizei Niedersachsen. Die Bremer Polizei stellt ihr neues Angebot der Online-Anzeige vor. Bei der Polizei Niedersachsen gibt es Online-Anzeigen seit rund zehn Jahren.

Foto: Holger Hollemann/dpa

Eine Frau blickt in Hannover auf einen Bildschirm mit einem «Online-Wache»- Portal der Polizei Niedersachsen. Die Bremer Polizei stellt ihr neues Angebot der Online-Anzeige vor. Bei der Polizei Niedersachsen gibt es Online-Anzeigen seit rund zehn Jahren. Foto: Holger Hollemann/dpa

Mit der Einführung einer „Onlinewache“ können seit Ende März auch im Bundesland Bremen Anzeigen per Mausklick aufgegeben werden. Die Polizei der Hansestadt rechnet wegen des neuen Angebots langfristig mit „effizienten Zeitgewinnen“ für die Beamten, so ein Bremer Polizeisprecher. Derzeit seien die Auswirkungen auf die Arbeitslast neutral, weil mit höherem Anzeigeaufkommen online die persönlichen Anzeigen zurückgingen.

Insgesamt liefen im ersten Monat 84 Anzeigen über die Plattform ein - allesamt Straftaten im Bereich Fahrraddiebstahl oder Sachbeschädigung. Das seien die beiden Deliktbereiche, die derzeit auf der Webseite freigeschaltet sind. Grundsätzlich werde die Möglichkeit, Anzeigen online zu melden, gut aufgenommen, so der Polizeisprecher. „Verirrte Notrufe“ oder Anzeigen in nicht freigeschalteten Bereichen seien bisher nicht eingegangen.

In anderen Bundesländern ist die „Onlinewache“ schon länger fester Bestandteil der Polizeiarbeit. Niedersachsens Anzeigenportal ging bereits vor rund zehn Jahren online. Seitdem haben Bürger in Niedersachsen deutlich vermehrt auf die „Onlinewache“ zurückgegriffen, wie ein Sprecher des Niedersächsischen Innenministeriums sagte: Während 2008 rund 8300 Anzeigen online gemeldet wurden, verzeichnete das Portal 2016 rund 37 000 Anzeigen.

Neben einer effizienten Möglichkeit, Anzeigen aufzugeben, diene die „Onlinewache“ dazu, „den Bürgerinnen und Bürgern beziehungsweise den Opfern von Straftaten den ersten Schritt zur Kontaktaufnahme mit der Polizei zu erleichtern und gegebenenfalls vorhandene Berührungsängste abzuschwächen“, so der Sprecher weiter.

In Niedersachsen können neben Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigung unter anderem auch Online-Auktionsbetrug oder strafrechtlich relevante Inhalte im Internet über die Plattform gemeldet werden. Auch die Bremer wollen prüfen, inwiefern Anzeigen aus weiteren Bereichen in Zukunft über die „Onlinewache“ aufgenommen werden können. dpa

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