Vater: Attacke auf Polizisten war islamistisch motiviert

Hannover  Islamistische Internetpropaganda habe seine Tochter womöglich zu der Messerattacke auf einen Polizisten getrieben, meint der Vater einer 15-Jährigen aus Hannover.

Ein Beamter der Bundespolizei steht am 05.09.2014 auf einem Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof in Hannover (Niedersachsen).

Foto: dpa

Ein Beamter der Bundespolizei steht am 05.09.2014 auf einem Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof in Hannover (Niedersachsen). Foto: dpa

Nach der Messerattacke einer 15-Jährigen auf einen Polizisten in Hannover hat der Vater die Tat in einen islamistischen Zusammenhang gestellt. Seine Tochter habe sich wie einer ihrer Brüder Anfang des Jahres auf den Weg nach Syrien gemacht, sagte der Vater dem Magazin „Panorama 3“ im NDR Fernsehen (Dienstag 21.15 Uhr). Während der Bruder an der türkisch-syrischen Grenze verhaftet worden sei, sei die Schwester von der Mutter zur Umkehr bewegt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits erklärt, dass die genauen Umstände der mehrtägigen Reise der Deutsch-Marokkanerin nach Istanbul noch untersucht werden.

Der Vater beschrieb seine Tochter in dem Interview als „liebes Mädchen“ und als gute Schülerin. „Ich hätte ihr das nie zugetraut. Sie hat nie Gewalt gezeigt. Das muss irgendwo ein Aufruf aus dem Internet sein, da bin ich mir sicher. Sonst würde sie sowas nicht machen. Ich weiß nicht, was sie ihr versprochen haben.“ Die Mutter erzog ihre Kinder nach Darstellung des Vaters streng religiös, die Eltern trennten sich schon früh.

Ob die Tat der schon als Kind mit dem Salafisten-Prediger Pierre Vogel gefilmten Gymnasiastin tatsächlich islamistisch motiviert war, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft weiterhin offen. Auch wenn die Schülerin einen islamistischen Hintergrund habe, heiße dies noch nicht automatisch, das dies auch der Grund für die Attacke war, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Dienstag.

Die Schülerin hatte dem Bundespolizisten am vorvergangenen Freitag unvermittelt ein Messer in den Hals gestoßen, als er sie kontrollieren wollte. Zuvor war das Mädchen nach Polizeiangaben dem Polizisten im Bahnhof gefolgt. Ein Kollege des schwer verletzten Beamten konnte die 15-Jährige überwältigen. Zu dem Messerstich kam es nach Darstellung des Mädchens spontan, weil sie sich über die Ausweiskontrolle geärgert habe.

Zeugenhinweise auf weitere Beteiligte gab es nach der Messerattacke bisher nicht. Niemand habe Hinweise auf weitere Personen gegeben, mit denen sich die Schülerin unmittelbar vor dem Angriff auf den Bundespolizisten im Hauptbahnhof aufgehalten habe, sagte Klinge. dpa

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