Wetter zu Weihnachten – Früher war mehr Schnee, oder?

Braunschweig  Am Heiligen Abend wird’s warm, windig und wässrig. Danach ändert sich das Wetter.

So weiß sah es am ersten Weihnachtsfeiertag 2010 am Herzberg in Peine aus.

Foto: Bettina Stenftenagel

So weiß sah es am ersten Weihnachtsfeiertag 2010 am Herzberg in Peine aus. Foto: Bettina Stenftenagel

Wünschen Sie sich zu Weihnachten am besten eine Lupe. Denn wenn sie in den nächsten Tagen derart ausgerüstet ins Grüne gehen, können sie vielleicht eine Schneeflocke entdecken. Welches Wetter uns im Detail bevorsteht, weiß Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst:

Heiligabend

Bei 8 bis 10 Grad regnet es weiter, im Oberharz werden 6 Grad erwartet. Die wenigen Zentimeter Schnee auf dem Brocken werden dann wohl dahinschmelzen. Am Nachmittag kann es etwas auflockern. Es ist windig, im Harz ist mit Sturmböen zu rechnen.

Erster Weihnachtsfeiertag

Eine Kaltfront bringt etwas kältere Luft zu uns. Die Temperaturen in unserer Region werden sich bei 4 bis 5 Grad bewegen, auf dem Brocken leicht unter 0 Grad. Es bleibt windig. „Der Regen lässt etwas nach, aber es kann immer wieder Schauer geben – vermischt mit Graupel oder dem einen oder anderen Schneestern“, sagt Friedrich.

Zweiter Weihnachtsfeiertag

Die Temperatur sinkt auf etwa 3 Grad im Flachland und minus 5 Grad auf dem Brocken. „Durch den frischen Wind wird sich die Luft aber überall kälter anfühlen“, erklärt Friedrich. Vereinzelt ist ihm zufolge weiterhin mit Schneeregen oder Graupelschauern zu rechnen.

Fakt ist: Zum Skifahren und Rodeln reicht es bei weitem nicht. Auf dem Wurmberg bei Braunlage haben die mit Kunstschnee präparierten Pisten in den letzten Wochen stark unter Regen und Wärme gelitten – ob sie am Freitag wieder beschneit werden können, ist unklar. Wer zu Weihnachten Schnee braucht, der muss gen Süden fahren. Andreas Friedrich geht davon aus, dass am zweiten Weihnachtsfeiertag im Schwarzwald, am Nordrand der Alpen und im Bayrischen Wald 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee liegen: „Ab 600 bis 800 Metern Höhe wird es dort eine Schneedecke geben. Die Temperaturen werden sich um die null Grad herum bewegen.“

Wochenende und Silvester

Wie es nach Weihnachten weitergeht, ist Friedrich zufolge schwer zu sagen. „Die Wetterlage steht auf der Kippe: Kalte Luft aus Skandinavien steht bereit, ebenso warme Luft vom Mittelmeer – und wir liegen dazwischen“, erläutert er. „Vielleicht gibt es nach dem Wochenende knackiges Winterwetter mit Schnee bis in Niederungen. Vielleicht steht uns aber auch weiterhin wärmeres Wetter mit Regen bevor.“

Das milde Wetter ist ihm zufolge typisch für diese Zeit. „Eine geschlossene Schneedecke ist in Deutschland zu Weihnachten sehr außergewöhnlich“, sagt er. „Das hatten wir zuletzt 2010 und 1981.“ Und selbst in den Jahrzehnten davor war Schnee zum Fest ein seltenes Ereignis, betont Friedrich – auch wenn es in der Erinnerung vieler Menschen anders aussieht. „Die Statistik ist da knallhart.“ Insgesamt sind die Winter aber tatsächlich wärmer geworden, die Schneefallgrenze ist gestiegen – eine Folge des Klimawandels.

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