Umweltminister: „Das beste Endlager finden“

Hannover  Niedersachsens Umweltminister Wenzel diskutierte in Hannover mit Experten über Atommüll.

Ob Salz, hier eine Aufnahme aus der Asse, oder Ton oder Granit geeignet ist für ein Endlager, soll erneut untersucht werden.

Foto: Steffen Ducke

Ob Salz, hier eine Aufnahme aus der Asse, oder Ton oder Granit geeignet ist für ein Endlager, soll erneut untersucht werden. Foto: Steffen Ducke

Sollen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft Alternativen zur Endlagerung in tiefen geologischen Formationen ausloten oder aber möglichst schnell ein Endlager bereitstellen? Zwischen Bund und Niedersachsen gibt es darüber weiter erhebliche Meinungsunterschiede. Das zeigte eine Diskussion im niedersächsischen Umweltministerium.

„Wir müssen das machen, was wir nach bestem Wissen und Gewissen heute hinbekommen, und das ist ein verschlossenes Endlager“, sagte Michael Sailer, Mitglied der Endlagerkommission von Bund und Ländern sowie Vorsitzender der Entsorgungskommission des Bundes. Es gehe darum, die Abfälle aus der Biosphäre fernzuhalten, so Sailer. Man brauche aber einen Prozess, in dem immer wieder und wieder hinterfragt werde, ob die Annahmen noch zuträfen. Dies müsse rund alle vier Jahre geschehen. Ein solcher Prozess hätte bei der Asse zu großen Veränderungen führen können.

„Wir dürfen nicht sagen, wir wissen nichts, also machen wir nichts“, betonte Sailer. Er verwies auf das Gefahrenpotenzial der Zwischenlagerung von Atommüll. „Schnell wird es nicht gehen. Dem Versuch, sich auf Jahreszahlen festzulegen, misstraue ich“, sagte die Europaabgeordnete Rebecca Harms, Atomkraftgegnerin aus dem Wendland und frühere Spitzenpolitikerin im Landtag. Nur in einer offenen Debatte könne Vertrauen gewonnen werden. Die Mehrheit der Wissenschaftler befürworte den tiefen geologischen Einschluss, bei den Bürgern finde dies aber keine Zustimmung, meinte Harms.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) plädierte dafür, „für einen klar definierten Zeitraum eine Fehlerkorrektur zuzulassen“. Nicht ob Atommüll rückholbar gelagert werden müsse sei die Frage, sondern der Zeitraum. Wenzel geht von 500 bis 1000 Jahren aus. Am Anfang müssten die grundlegenden Anforderungen festgelegt werden, alle denkbaren Wege der Endlagerung müssten wissenschaftlich durchdrungen und beschrieben werden. Wenzel sitzt ebenfalls in der Kommission.

Sailer verwies auf Vorarbeiten des früheren Arbeitskreises Endlager. Die Diskussion über Wirtsgesteine sei sinnlos. Die Frage sei, ob die vorhandenen Formationen von Salz, Ton oder Granit konkret geeignet seien, meinte Sailer.

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