Weitere Streiks der Piloten am Wochenende möglich

Hannover  Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings streikten am Fretagvormittag. Das Unternehmen spricht von einem Millionenschaden. Am Wochenende sind neue Streiks möglich.

Der Streik der Flugkapitäne von Germanwings führt deutschlandweit zu zahlreichen Flugausfällen.

Foto: Ole Spata/dpa

Der Streik der Flugkapitäne von Germanwings führt deutschlandweit zu zahlreichen Flugausfällen. Foto: Ole Spata/dpa

Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat gestern 116 Flüge gestrichen. Nach Informationen des Unternehmens waren 15 000 Passagiere betroffen. Grund für die Behinderungen war ein Streik der Piloten von 6 Uhr bis 12 Uhr. Eine Germanwings-Sprecherin sagte unserer Zeitung, dass dem Unternehmen durch den Arbeitskampf Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sei.

In Hannover wurden acht Germanwings-Flüge gestrichen. Drei weitere Flüge wurden nach Angaben einer Sprecherin in die Mittagszeit verlegt. Trotz des Streiks sei es im Flughafen ruhig geblieben. „Es gab keine Schlangenbildungen oder chaotischen Zustände, die Fluggäste hatten sich auf die Situation eingestellt“, sagte die Sprecherin.

Ein Sprecher der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sagte unserer Zeitung, dass es am Wochenende und Anfang nächster Woche neue Streiks bei Germanwings, Lufhansa Cargo oder der Lufthansa direkt geben könnte. „Die Lufthansa konfrontiert uns seit April mit der immer gleichen Forderung. Kommt jetzt kein verbessertes Angebot, schließen wir neue Streiks nicht aus“, sagte der Cockpit-Sprecher. Bislang habe die Gewerkschaft keine Hinweise auf ein neues Angebot.

Ein Sprecher der Lufthansa wiederum konterte: „Wir wollen die Gespräche zügig fortführen und fordern Cockpit daher auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bislang hat Cockpit aber nicht geantwortet.“ Ob und wann die Lufthansa ein verbessertes Angebot vorlegt, ließ der Sprecher offen. „Wir kümmern uns zunächst um den Abbau des Kundenfrustes, alles andere wird sich zeigen.“

Auslöser des Arbeitskampfs ist die sogenannte Übergangsversorgung für die Piloten der drei Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns. Piloten können bislang mit 59 Jahren in den Vorruhestand gehen. Die Kosten dafür werden von der Lufthansa getragen.

Das Unternehmen will nun aber das Eintrittsalter der Piloten für den Vorruhestand erhöhen. Dagegen wehrt sich die Gewerkschaft. Sie will mit den Streiks einen entsprechenden Tarifvertrag erzwingen.

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