Kostenlose Nachhilfe
2010-02-10T08:00:00+0100Mit eigenen Internet-Videos macht Olaf Hinrichsen Schüler und Studenten fit in Mathe
BRAUNSCHWEIG. Nachhilfe kann manchmal ganz schön teuer und trotzdem umsonst sein. Dies ist natürlich die unbefriedigendste Situation für einen Schüler, der sich einen Nachhilfelehrer etwas kosten lässt. Aber zumindest möchte man es nicht unversucht lassen, denn wer aufgibt, hat bereits verloren.
Das Beste wäre natürlich, wenn man sich seinen Nachhilfelehrer vor dem ersten Auftrag einmal anschauen könnte. Was müsste der alles mitbringen?
Er oder sie müsste es nicht als oberste Priorität sehen, das schnelle Geld zu machen, sondern sich den Spruch "Der Erfolg des Lehrers ist der Erfolg des Schülers" auf die Fahne schreiben. Er oder sie müsste sehr kompetent sein und auf Nachfragen fundierte Antworten geben können. Er oder sie müsste die Situation des Schülers oder Studenten wirklich verstehen können. Und – kostenlos sein! Doch spätestens bei diesem Punkt hören für gewöhnlich die Träume auf, denn heute ist nichts mehr kostenlos.
Wenn man auf Olaf Hinrichsen trifft, sind solche Vorstellungen jedoch pure Realität. Sein Klassenzimmer ist das Internet, sein Schüler kann jeder sein, der seine Homepage besucht.
Der 30-jährige Jung-Unternehmer verbringt knapp 50 Stunden pro Woche damit, Videos zu allen möglichen Themen der Mathematik zu drehen und sie online zu stellen sowie Nachfragen zu beantworten und allgemeine Mail-Anfragen abzuarbeiten.
Positive Kommentare auf seiner privaten Homepage (siehe Service) sind keine Seltenheit, fast jeder Kommentar wird mit einem dankenden Satz begonnen. Ein Schüler schreibt zum Beispiel:
"Ich schreibe morgen die Mathe- Abschlussprüfung der Klasse 11 und bislang hab ich nur das Nötigste verstanden und gerade dachte ich mir, dass ich morgen total versage – und da finde ich die Seite und lerne alles, was ich brauche, in 20 Minuten. Wirklich Rettung in letzter Sekunde! Ich danke dir sehr und werde gleich mal morgen die Seite weiter empfehlen."
Ein Einsenschreiber war Olaf jedoch nicht immer. Es verwundert wohl nicht, dass er einen Mathe-Leistungskurs besuchte, allerdings überrascht es, dass er "auf 8 Punkten" stand. Im Selbststudium hat er sich alle schulrelevanten Themen angeeignet – und seit 1995 gibt er Nachhilfe in Mathematik.
Doch was veranlasst Olaf Hinrichsen dazu, das kostenlos zu tun, womit er eigentlich Geld verdienen könnte?
Er selbst sagt: "Ich finde es ungerecht, dass Nachhilfe ein finanzielles Privileg sein soll." Doch womit verdient der zweifache Familienvater seine Brötchen? Das Geld, das ihm für diese Arbeit wohl jeder gönnt, lässt sich Hinrichsen durch die Einblendung von Werbevideos bezahlen.
In "StudiVZ" ist Oberprima mit drei Gruppen vertreten, eine davon trägt den Namen "Durch Oberprima.com hat Mathe seinen Schrecken verloren".
Das Ziel des Jung-Unternehmers ist, möglichst bald so weit zu sein, dass eine vollständige Sammlung aller schulrelevanten Themen auf der Seite vorhanden ist. Hinweise und Vorschläge werden gern entgegen genommen, dazu ruft er auf der Homepage auf.


