Warnstreiks im öffentlichen Dienst heute in Niedersachsen
Niedersachsen Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben Niedersachsen erreicht. Betroffen waren etwa die TU Braunschweig, die Ostfalia, das Staatstheater sowie Straßenmeistereien.
Es war erst der Auftakt: Knapp 1000 Mitarbeiter von Landesbehörden und Schulen waren am Dienstag im Warnstreik. In den kommenden Tagen soll in anderen Regionen gestreikt werden.
Knapp 1000 Mitarbeiter von Straßenmeistereien, Hochschulen, Schulen, der Polizei und anderen Landeseinrichtungen haben sich am Dienstag in Niedersachsen am Warnstreik im Öffentlichen Dienst beteiligt. Der Schwerpunkt lag in Ostniedersachsen, im Harz und im Raum Hannover. Aber auch in Osnabrück nahmen nach Verdi-Angaben rund 130 Beschäftigte am Ausstand teil.
Die Mitarbeiter fordern unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Die Gewerkschaften hatten bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem die Arbeitgeber in der vergangenen Woche auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt hatten. Die nächsten Verhandlungen sind für den 7. und 8. März geplant.
In Braunschweig nahmen nach Verdi-Angaben 350 Beschäftigte von Landesbehörden, Hochschulen und dem Staatstheater an dem Warnstreik teil. Bei einer Kundgebung in der Braunschweiger Innenstadt kritisierten Gewerkschaftsvertreter vor allem das Übermaß an befristeten Beschäftigten an den Hochschulen und die Verhältnisse an den Theatern. Je nach Tarifvertrag gebe es Arbeitsbedingungen erster und zweiter Klasse.
Die unterschiedliche Bezahlung von Kommunal- und Landesbeschäftigten zeige sich in vielen Bereichen, etwa bei den Straßenmeistereien, aber auch im Krankenhaus, sagte Verdi-Sprecher Ulf Birch. „Die Krankenschwester am kommunalen Krankenhaus bekommt für den gleichen Dienst mehr als die Krankenschwester an der Medizinischen Hochschule Hannover“, sagte er. An der Klinik soll am Donnerstag gestreikt werden.
Der Braunschweiger Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller kritisierte das fehlende Verhandlungsangebot der Arbeitgeber. „Die kommunalen Beschäftigten haben mit mehr als 6 Prozent abgeschlossen, die Kollegen vom Land brauchen das auch“, sagte er. Schon jetzt gebe es Probleme, junge Leute für den Landesdienst zu gewinnen.
Am Ausstand beteiligten sich nach GEW-Angaben auch rund 500 Lehrer und pädagogische Mitarbeiter von Förderschulen, vor allem im Raum Hannover und Ostniedersachsen. Die Gewerkschaft hatte für den Nachmittag in Hannover zu einer Kundgebung aufgerufen.
Weitere Warnstreiks und Kundgebungen hat Verdi für den Mittwoch in Bremen und den Donnerstag in Hannover und auch Oldenburg angekündigt. Dort stehe vor allem die prekäre Situation von Hochschulbeschäftigten im Mittelpunkt, sagte Verdi-Sprecher Birch. „Die wissenschaftlichen Hilfskräfte wissen kaum, wie sie den Monat überstehen sollen.“ dpa.
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