Wahltag in Sicht – Parteien geben nochmal Gas
Hannover SPD und FDP bieten am Freitag zum Abschluss des Wahlkampfes noch einmal bundespolitische Prominenz auf. Peer Steinbrück kommt nach Braunschweig.
Wahlkampf-Finale in Niedersachsen: SPD und FDP bieten Freitag zum Abschluss des Landtags-Wahlkampfes noch einmal bundespolitische Prominenz auf. CDU und Linke hatten bereits Donnerstagabend mit zentralen Veranstaltungen ihre Wahlkampagnen offiziell beendet. Die CDU holte sich bei Kundgebungen in Stade und Oldenburg am Donnerstag Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Es geht um jeden einzelnen Menschen in Niedersachsen», sagte Merkel bei der zentralen Abschlussveranstaltung der CDU in Oldenburg. Mehr als 2000 Parteianhänger jubelten ihr dort zu. Bereits am Nachmittag waren Merkel und McAllister bei einer gemeinsamen Kundgebung in Stade aufgetreten. Für den Ministerpräsidenten, der aus dem Nachbarkreis Cuxhaven stammt, war der Auftritt dort ein Heimspiel.
Merkel sagte, McAllister sei in Niedersachsen tief verwurzelt, «ein Landesvater, der gerne nach Berlin kommt und noch lieber aus Berlin wieder wegfährt». Es werde ein Kopf-an-Kopf-Rennen, meinte McAllister und rief seinen Anhängern zu: «Wir wollen siegen und wir werden siegen.»
Trotz schlechter Umfragewerte gab sich auch der Bundestagsfraktionschef der Linken, Gregor Gysi, bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung seiner Partei in Braunschweig überzeugt, dass die Linke weiter im Landtag in Hannover bleiben wird.«Ich bin optimistisch, dass wir einziehen werden, mit fünf Prozent oder mehr», sagte er.
Die SPD beendet ihren Wahlkampf am Freitag (19 Uhr) offiziell in Braunschweig.Der Spitzenkandidat der SPD, Stephan Weil, bekam bereits am Donnerstag in Hannover Rückhalt unter anderem von Altkanzler Gerhard Schröder. Für die SPD verbreitete Schröder Optimismus. «Es wird werden», meinte er in Hannover. An seiner Seite machten Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier noch einmal Stimmung für Spitzenkandidat Weil. Steinmeier sagte: «Stephan wird Herrn McAllister und Schwarz-Gelb rausschmeißen.» Ein rot-grüner Erfolg in Niedersachsen werde einer starken SPD-Mehrheit Gestaltungsmöglichkeiten im Bundesrat absichern, betonte er vor etwa 2000 SPD-Anhängern. Zur Abschlussveranstaltung in Braunschweig werden außer Weil auch Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Parteichef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, erwartet.
Die in der Krise steckende FDP schließt ihren Landtagswahlkampf in Hannover ab (18 Uhr). Dazu hat sich erneut auch Bundeschef Philipp Rösler angekündigt. Die Landes-FDP muss bei der Niedersachsen-Wahl am Sonntag laut Umfragen um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die Wahl in Röslers Heimatland gilt als Schicksalswahl des Vizekanzlers. Bei einem Scheitern dürften dessen Tage an der Bundesspitze der FDP gezählt sein.
Die Grünen kämpfen bis zur letzten Minute: Parteichefin Claudia Roth will noch morgen Abend mit den beiden niedersächsischen Spitzenkandidaten Stefan Wenzel und Anja Piel in Hannover um Wählerstimmen werben.
Am Sonntag können gut 6,1 Millionen Frauen und Männer in Niedersachsen über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Hannover entscheiden. Nach den letzten Umfragen liegen Rot-Grün und Schwarz-Gelb gleichauf. Knapp wird es wahrscheinlich für die FDP, die nach Umfragen bei rund fünf Prozent liegt. Linke und Piraten werden den jüngsten Trends zufolge nicht im nächsten Landtag vertreten sein. dpa

