Niedersachsen-Wahl wird Gradmesser für die Linke
Hannover Die Niedersachsen-Wahl soll Gradmesser für den Zustand der Linken werden. Im Fall eines rot-grünen Wahlsiegs gibt es Signale für eine Beteiligung.
Die Linke sieht die Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar als „Schlüsselwahl“ für die Gesamtpartei. „Die Partei wird nach der Niedersachsen-Wahl sehen, wo sie steht“, sagte Spitzenkandidat Manfred Sohn am Donnerstag in Hannover. „Aber diese Partei wird nicht zerbröseln, egal wie das Ergebnis ausfällt.“ In einer vorbereiteten Erklärung betonte die Bundesparteivorsitzende Katja Kipping zudem grundsätzliche Bereitschaft zum politischen Schulterschluss mit SPD und Grünen. „Wir verzichten auf kindische Abgrenzungsrituale zu den anderen Parteien.“
Ein Politikwechsel für ein sozialeres Niedersachsen werde keinesfalls an den Linken scheitern. Kipping: „Wir sind personell und inhaltlich vorbereitet, um uns in ein Wechselprojekt einzubringen.“ Angesichts der Bedeutung der Wahl aus Bundessicht werden sich im Wahlkampf nicht nur 400 freiwillige Helfer aus anderen Bundesländern engagieren, sondern auch Parteigrößen wie Gregor Gysi, Oskar Lafontaine oder Vize-Chefin Sarah Wagenknecht.
Die Linken sind nur in fünf der 16 Landtage nicht vertreten, zuletzt waren sie in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In Niedersachsen haben sie bei der vergangenen Landtagswahl 7,1 Prozent der Stimmen errungen. Nach Angaben von Sohn hat Die Linke in dem Bundesland 3000 Mitglieder, kommt aber nach eigenen Angaben auf ein geschätztes Wählerpotenzial von einer halben Million. Die Hälfte davon will die Partei bei der Wahl mobilisieren, erklärte Sohn, der die Zielgröße mit „fünf bis acht Prozent“ der Stimmen vorgab. dpa

