Die SPD ist der Krösus im Wahlkampf
Niedersachsen Die SPD investiert in die Kampagne zur Landtagswahl so viel Geld wie keine andere Partei: Zwei Millionen Euro. Die Piraten haben einen schweren Stand.
Das Internet nimmt im Wahlkampf einen immer größeren Stellenwert ein. Die Parteien, die bei der Landtagswahl am 20. Januar antreten, twittern und chatten. Sie sind beim sozialen Netzwerk Facebook aktiv und haben eine von Agenturen gestaltete Internetseite, auf der täglich neue Inhalte stehen – oft auch kleine Filmchen, in denen sich die Kandidaten vorstellen.
Das meiste Geld jedoch geben die Parteien für den Straßenwahlkampf aus. Es wird in Veranstaltungen, Plakate und Handzettel investiert.
Wahlkampf-Krösus ist wie 2008 die SPD. Mit zwei Millionen Euro geben die Sozialdemokraten aber längst nicht so viel Geld aus wie vor fünf Jahren. „Wir führen einen stark regionalisierten Wahlkampf, haben dadurch eine breitere Beteiligung in den Wahlkreisen, eine bessere Beteiligung der Mitglieder und Unterstützer. Teure gekaufte Kommunikation von außen wird gezielt und in Maßen eingesetzt“, sagt SPD-Sprecher Sebastian Schumacher.
Das Geld der Parteien für den Wahlkampf stammt aus Zuschüssen vom Staat, Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Rücklagen. Wie die Parteien unserer Zeitung erklärten, verschuldet sich keine von ihnen.
Die Wahlkampfzentralen befinden sich allesamt in Hannover. Hier wurden die Strategien entwickelt, mit denen die Wähler überzeugt werden sollen. Die CDU nennt ihre Zentrale „Wahlsiegzentrale“.
Bis auf die Piratenpartei haben sich alle Parteien Unterstützung von Agenturen ins Haus geholt. Es handelt sich um zumeist renommierte Agenturen. Die Agentur, die zum Beispiel der CDU zuarbeitet, hat schon Angela Merkel im Bundestagswahlkampf 2009 unterstützt. Die Wahlkampfslogans der Parteien wirken dennoch austauschbar. Bemerkenswert: Bei den finanziell klammen Piraten hat ein 25-Jähriger die Kampagne konzipiert, ein 19-Jähriger koordiniert den Wahlkampf.
Im Januar beginnen die großen Kundgebungen. Den Spitzenkandidaten steht bei der letzten Landtagswahl vor der Bundestagswahl im September Polit-Prominenz aus Berlin zur Seite. Merkel, Steinbrück und Rösler sind in der Region.
Das sagt ein Parteienforscher im Interview zu den Wahlkampagnen der Parteien.
