CDU und SPD sehen sich als Sieger des TV-Duells
Hannover Wer hat das TV-Duell gewonnen? Für die CDU ist McAllister der Sieger, die SPD sieht Herausforderer Weil vorne. Die Linke spricht von Manipulation.
CDU und SPD in Niedersachsen sehen sich jeweils als Sieger des TV-Duells zur Landtagswahl zwischen Ministerpräsident David McAllister (CDU) und SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil. Die SPD-Spitze lobte den Auftritt des Herausforderers. „Das Duell hat gezeigt: Stephan Weil ist der richtige Ministerpräsident für Niedersachsen“, sagte der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel. Die CDU erklärte, McAllister habe das Streitgespräch im NDR-Fernsehen klar für sich entschieden. Er sei „sympathisch und bodenständig (...), überzeugend und kompetent in der Sache“ urteilte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.
In einer aktuellen, nicht repräsentativen Umfrage auf den Nachrichtenportalen unserer Zeitungen erhielt David McAllister 650 Stimmen. SPD-Kandidat Stephan Weil erhielt 505 Stimmen. Die Frage lautete: Wer hat das TV-Duell gewonnen - David McAllister oder Stephan Weil?
Mit rund 320 000 Zuschauern im NDR-Gebiet erreichte die einstündige Sendung am Donnerstagabend einen Marktanteil von 5,5 Prozent, wie der Sender am Freitag mitteilte. Das waren weniger als bei der Fernsehdebatte zwischen Christian Wulff (CDU) und Wolfgang Jüttner (SPD) vor fünf Jahren. 370 000 Zuschauer schalteten damals ein, Marktanteil 6,1 Prozent.
Der hannoversche Medienwissenschaftler Wilfried Köpke äußerte sich differenzierter als die Parteien. „Beide (McAllister und Weil) haben verschiedene Wählermilieus bedient, ohne sich entscheidend gegen den anderen durchsetzen zu können“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „McAllister hat mit der Körpersprache überzeugt und die CDU-Stammwähler mobilisiert, Weil konnte aber mit seiner Sprache junge und noch unentschlossene Wähler für sich gewinnen.“
Bei ihrem ersten und einzigen TV-Duell gerieten McAllister und Weil bei der Frage nach dem Umgang mit der Linkspartei aneinander. Weil lehnte es ab, eine Koalition mit der Linken abzulehnen, die laut aktuellen Umfragen den Wiedereinzug in den Landtag verpassen würde. McAllister hielt seinem Kontrahenten daraufhin vor, sich um eine klare Antwort zu drücken. Diskutiert wurde unter anderem auch über die Bildungs- und Wirtschaftspolitik sowie die Energiewende.
Nach einem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ liegen Schwarz-Gelb und Rot-Grün mit 44 zu 46 Prozent derzeit fast gleichauf. Die CDU kommt auf 39 Prozent, die FDP kann sich mit 5 Prozent wieder Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag machen. Die SPD erreicht 33 Prozent, die Grünen liegen bei 13 Prozent. Linke und Piratenpartei würden mit jeweils 3 Prozent nach der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen den Sprung in den Landtag verpassen. Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD kam zu fast identischen Ergebnissen.
Linke-Chef Bernd Riexinger wertete diese Ergebnisse am Freitag als manipuliert. „Natürlich wissen wir alle, dass mit Umfragen auch Politik gemacht wird und suggeriert werden soll, hier lohnt es sich nicht, für die Linke die Stimme abzugeben“, sagte er bei einer Klausurtagung der Linken-Bundestagsfraktion in Hannover. Die Ergebnisse deckten sich nicht mit dem, „was wir wissen von anderen Erhebungen, die durchaus seriös sind und uns bei fünf Prozent und mehr sehen“, sagte Riexinger.
Der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, wies den Vorwurf zurück. „Die Zahl für die Linke deckt sich unabhängig von uns mit den Umfrageergebnissen von zwei nderen Instituten“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Auf den Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen beruht das ZDF-„Politbarometer“.dpa



