Landeskirche Braunschweig mit stabilem Haushalt
GoslarNach mehreren finanziell schwierigen Jahren hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig ihren Haushalt stabilisiert. Das Kirchenparlament beriet am Freitag in Goslar über einen doppelten Haushaltsplan in Höhe von 81,5 Millionen Euro für 2013 und 80,5 Millionen für 2014. Die Landeskirche will dabei ohne Eingriffe in die Rücklagen auskommen. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere Reformbemühungen Erfolg haben“, sagte Landesbischof Friedrich Weber. Die Landeskirche hatte im Sommer beschlossen, das sie künftig nur noch so viel ausgibt, wie sie einnimmt, und nicht mehr in die Rücklagen greifen darf.
Zur braunschweigischen Landeskirche im Südosten Niedersachsens gehören rund 400 Gemeinden mit rund 370.000 Mitgliedern und 300 Pfarrern. In den Jahren von 2005 bis 2010 hatte die Kirche hohe Defizite eingefahren und diese mit insgesamt 30 Millionen Euro aus Rücklagen ausgeglichen. Oberlandeskirchenrat Jörg Mayer berichtete für 2012 von deutlich steigenden Einnahmen aus der Kirchensteuer um bislang etwa 11 Prozent. „Das ist ein Grund zur Freude.“ Für das laufende Jahr rechnet er mit Gesamteinnahmen von 65 Millionen Euro, für 2013 mit 64 Millionen und für 2014 nochmals mit 63 Millionen. Danach drohten Rückgänge.
Bischof Weber betonte, die Landeskirche habe mit dem Haushaltsplan deutliche Schwerpunkte gesetzt: „Wir bauen nicht nur zurück, sondern zeigen an einigen Stellen deutlich Flagge.“ Gefördert würden vor allem die Gemeinden vor Ort, die gemeindliche Diakonie und die Bildung. So sollen die Kindertagesstätten zusätzliche 250.000 Euro erhalten - acht Prozent mehr als bisher. „Da haben wir richtig draufgelegt“, betonte Weber. Dabei will die Kirche vor allem in ihren Gemeinden auf dem Gebiet der ehemaligen DDR investieren, namentlich in Blankenburg.
Um ihre Finanzprobleme in den Griff zu bekommen, hatte sich die Kirche unter anderem von Immobilien getrennt, und zahlreiche Mitarbeiter verzichteten zeitweise auf das Weihnachtsgeld. Im vergangenen Jahr schloss der Haushalt erstmals wieder mit einer schwarzen Null. Für das laufende Jahr wird ebenfalls ein ausgeglichener Etat erwartet.
Kopfzerbrechen bereiten den Verantwortlichen zurzeit unter anderem steigende Personalkosten. Oberlandeskirchenrat Mayer rechnet zudem damit, dass in nächster Zeit eine größere Einmalzahlung für die Altersversorgung der Pfarrer und Kirchenbeamten in Höhe von 40 bis 77 Millionen Euro erforderlich sein wird. Das Kirchenparlament tagt noch bis zum Sonnabend in Goslar. epd


