Der Mann des Pfarrers darf mit im Pfarrhaus wohnen
Region Homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, dürfen gemeinsam im Pfarrhaus wohnen. In den vergangenen Monaten hatte es Diskussionen darüber gegeben.
Das Kirchenparlament der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig hat sich bei seiner Tagung in Goslar dafür ausgesprochen, dass homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, im Pfarrhaus wohnen dürfen. Bei einigen Enthaltungen beschloss die Synode am Samstag eine entsprechende Ergänzung zum Pfarrdienstgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland, berichtete der Sprecher der Landeskirche, Michael Strauß.
In den vergangenen Monaten hatte es Diskussionen über das Thema gegeben: So hatten im Frühjahr neun Pfarrer der Landeskirche die Synodalen in einem Brief gebeten, der Regelung nicht zuzustimmen, weil Homosexualität nicht mit der Bibel zu vereinbaren sei. Strauß zufolge hatten sich daraufhin aber 80 Pfarrer und Pfarrerinnen schriftlich für die Neuregelung ausgesprochen. Auch der Rechtsausschuss und der Gemeindeausschuss der Synode sowie die Kammer für Gleichstellungsfragen plädierten dafür. Im Einzelfall entscheidet letztlich der Kirchenvorstand.
Schwerpunkt der Synodentagung am Freitag und Samstag waren die Beratungen über den Doppelhaushalt 2013/2014 und über weitere Einsparungen. Der Haushalt kommt seit vielen Jahren erstmals wieder ohne Rücklagenentnahme aus. Mit ihrer Zustimmung zum Haushalt entschied die Synode unter anderem, dass die Landeskirche ab 2014 die Evangelische Zeitung nicht mehr mitfinanzieren wird.
Die Zeitung erscheint in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Ihre Auflage liegt in Niedersachsen bei knapp 13.000 Exemplaren, im Gebiet der Braunschweigischen Landeskirche bei 1500. Die Zeitung wird von den Landeskirchen in Braunschweig, Hannover und Oldenburg getragen, der jährliche Zuschuss aus Braunschweig beträgt derzeit 65 000 Euro.
Propst Joachim Kuklik aus Salzgitter-Lebenstedt wies als Vorsitzender des Medienausschusses darauf hin, dass es der Evangelischen Zeitung trotz eines Kraftaktes nicht gelungen sei, die Zahl der Abonnenten zu erhöhen. Dennoch warb er dafür, die Finanzierung aus kirchenpolitischen Gründen nicht endgültig zu stoppen.
Die Mehrheit der Synode vertrat aber die Meinung, 65.000 Euro seien angesichts der geringen Abo-Zahl nicht zu rechtfertigen. Die Entscheidung sei schmerzlich, aber notwendig. Die Zukunft der Evangelischen Zeitung wird nun stark davon abhängen, ob die Landeskirche Hannovers die Finanzierung beibehält.
Über einen Umbau der Verwaltung der Braunschweigischen Landeskirche sprach am Samstag der Organisationsentwicklungsexperte Detlev Fey aus Hannover. Nach Auskunft von Pressesprecher Strauß soll er bis Mai 2013 ein Gutachten vorlegen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen rät Fey, das Landeskirchenamt zu verkleinern und die Verwaltung an einem Ort zu konzentrieren.
Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller stellte Ergebnisse der Arbeitsgruppe zum neuen Zuschnitt von Pfarrämtern vor. Denkbar seien Pfarrverbände, in denen die Pfarrer nicht mehr einer bestimmten Gemeinde zugewiesen sind. Hintergrund der Überlegungen ist laut Michael Strauß das Bemühen, künftig auch mit weniger Pfarrern in der Fläche präsent zu bleiben. Die Arbeitsgruppe soll bis November 2013 einen Bericht erarbeiten.
