Windindustrie vertreibt Romantik

Die Fotomontage zeigt Seershausen mit den – insgesamt sind es elf – beantragten Windrädern von fast 200 Metern Flügelhöhe. Grafik/Archiv: Bürgerinitiative

Die Fotomontage zeigt Seershausen mit den – insgesamt sind es elf – beantragten Windrädern von fast 200 Metern Flügelhöhe. Grafik/Archiv: Bürgerinitiative

Zum Artikel „Die Landflucht und ihre Folgen“ vom 9 Februar: Den Ausführungen von Julia Emmrich über aussterbende Dörfer ist sicherlich nichts entgegenzusetzen, allenfalls etwas hinzuzufügen. Die Sehnsuchtsorte „Dorf“ und „Landleben“ verlieren zurzeit auch in attraktiven, durch Zuzug geprägten Regionen massiv an Romantik. Grund: die Windindustrie. Wer wird zum Beispiel noch nach Seershausen ziehen wollen, wenn in 1000 Metern Entfernung in westlicher Richtung elf gigantische Rotoren das Landschaftsbild massiv zerstören und die Geräuschkulisse eines laufenden Kühlschranks mit dem Wind in den Ort treiben? Gibt es keine Neubürger, braucht man auch nicht lange auf den Verfall der Grundstückspreise zu warten. Auch auf diese Weise kann man den ländlichen Raum herunterwirtschaften mit dem hehren Ziel, das Weltklima zu retten. Dieses Ziel sollte sicherlich nicht aus dem Blick geraten. Angesichts des – vorsichtig ausgedrückt – moderaten Engagements der anderen großen Industrieländer scheinen mir aber das Tempo und die Kriterien der Ausweisung von Vorranggebieten in der Südheide sehr übereilt und fragwürdig.

Jörg Zimmermann, Seershausen

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