„Verbrennen hat keine Zukunft“

Volkswagen präsentiert auf der IAA in Frankfurt am Main das voll elektrische Auto „VW I.D.“ im legendären Bully-Design: Das Verbrennen von Rohstoffen zum Heizen und zum Autofahren habe keine Zukunft, meint ein Leser. Die Alternative sei regenerativ erzeugte Energie.

Foto: Andreas Arnold/dpa

Volkswagen präsentiert auf der IAA in Frankfurt am Main das voll elektrische Auto „VW I.D.“ im legendären Bully-Design: Das Verbrennen von Rohstoffen zum Heizen und zum Autofahren habe keine Zukunft, meint ein Leser. Die Alternative sei regenerativ erzeugte Energie. Foto: Andreas Arnold/dpa

Braunschweig  Zu „E-Autos bieten derzeit keinen ökologischen Vorteil“ vom 11. September:

Das Verbrennen von Rohstoffen zum Fahren (und zum Heizen) ist ein Auslaufmodell. Und deshalb muss man sich mit Alternativen beschäftigen. Und die basieren nun mal auf regenerativ erzeugter Energie. Ob wir in einigen Jahrzehnten batterie-elektrisch oder zum Beispiel per Brennstoffzelle fahren oder den Wasserstoffantrieb haben, wird sich zeigen. Zurzeit ist von allen Alternativen das batterie-elektrische Auto technologisch am weitesten fortgeschritten. Also nehmen wir es doch als Ergänzung zum auch mittelfristig weiterhin dominierenden Verbrenner und nutzen konsequent das, was das batterie-elektrische Auto bereits heute gut kann. Es kann lokal emissionsfrei fahren, hat für fast alle täglichen Kurzwege eine ausreichende Reichweite (wer mehr Reichweite fordert, belastet die schwierige Ökobilanz zusätzlich) und kann über Nacht bequem an jeder 230 Volt-Steckdose aufgeladen werden.

Und was auch zu wenig beachtet wird: Im Stadtverkehr liegen die tatsächlichen, vom Fahrzeugbetrieb verursachten CO2-Emissionen nur etwas halb so hoch wie bei Verbrennern, weil einerseits der Wirkungsgrad der E-Maschine im Stadtverkehr dem des Verbrenners weit überlegen ist und zusätzlich die E-Maschine beim Bremsen Energie rekuperiert (wiedererlangt).

Was fehlt ist leider eine konsequent betriebene Forschung, wie man die Öko-Bilanz bei der Batterieherstellung verbessern kann und wie man „verbrauchte“ Batterien in den Rohstoffkreislauf einfügt.

Horst Fuhrmann, Braunschweig

Fahrradfahren hilft Fahrverbote vermeiden

Zum Leitartikel „Die Zukunft fährt Diesel“ vom 11. September:

In einer Verkehrskompetenzregion wie hier in Braunschweig sollten die wirkungsvollsten Alternativen zur Umweltentlastung nicht unerwähnt bleiben:

Einerseits eine häufigere Nutzung von Fahrrad, ÖPNV oder der eigenen Füße. Die Kommunen, Verkehrsunternehmen und der ZGB bemühen sich laufend um bessere Rahmenbedingungen. Andererseits durch Verkürzung von oder sogar Verzicht auf PKW-Fahrten. Zum Beispiel gibt es in fast allen Stadtteilen inzwischen wieder wohnungsnahe Super-Märkte und andere Versorgungseinrichtungen. Nun sollten sie bevorzugt genutzt werden. Weitere der zahlreichen Möglichkeiten sind Fahrgemeinschaften oder P+R (Park and Ride). Das hilft viel schneller und viel mehr als die ebenfalls erforderliche Verbesserung künftiger PKW und kann nebenbei auch zur Vermeidung von Fahrverboten beitragen!

Michael Krech, Braunschweig

E-Autos kann man mit Ökostrom betanken

Zum selben Thema:

Da haben die VW-Diesel-Freunde in der Ausgabe vom 11. September mal wieder gegen Elektromobilität zugeschlagen, leider mit falschen Argumenten. Die stelle ich hier nun richtig:

1. Elektroautos kann man heute schon mit Ökostrom betreiben, wenn man den richtigen Stromanbieter auswählt (zum Beispiel Lichtblick, Naturstrom, Schönau u.a.) oder wenn man eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat.

2. Selbst wenn man auf Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken zurückgreifen müsste: Die Schadstoffe entstehen weitab von Städten und können in ihrer Gesamtheit besser gefiltert werden, wohingegen die Abgase unzähliger Benzin- und Dieselautos in den Straßen die Atemluft verpesten. Außerdem wird der Anteil sauberer Energie bei der Stromerzeugung immer höher.

3. Lithium-Batterien enthalten seltene Metalle, die sich aufbereiten und wiederverwenden lassen – dagegen geht Erdöl in Form von Benzin und Diesel bei der Verbrennung unwiederbringlich verloren, ebenso die Metalle aus den Katalysatoren.

4. Zum Bau der meisten Elektroautos werden die gleichen Materialien verwendet wie bei Verbrennern: Stahl, Aluminium, Kunststoffe (nur BMW verwendet Carbon).

Fazit: Die Ökobilanz von Elektroautos ist wesentlich besser als bei Verbrennern, sie werden daher von der Bundesregierung zu Recht gefördert.

Was in den Artikeln zu Elektromobilität komplett unter den Tisch fällt, ist der unerreichte Komfort und das Vergnügen beim Fahren eines Elektroautos. Jeder sollte es selbst mal ausprobieren, dann wird einem der Fortschritt bewusst.

Peter Dierig, Braunschweig

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