„Abzocke? Schlecht verhandelt?“

Blick auf die Baustelle an der A 8 (Augsburg-Ulm) im Jahr 2015: Die private Autobahngesellschaft, die die Fernstraße ausgebaut hat und 30 Jahre lang betreiben soll, verlangt nun vom Bund zusätzlich Geld.

Foto: Stefan Puchner/dpa

Blick auf die Baustelle an der A 8 (Augsburg-Ulm) im Jahr 2015: Die private Autobahngesellschaft, die die Fernstraße ausgebaut hat und 30 Jahre lang betreiben soll, verlangt nun vom Bund zusätzlich Geld. Foto: Stefan Puchner/dpa

Berlin  Zu „Private Autobahnen – ein Irrweg?“ vom 12. September:

Wie kann es sein, dass privat gebaute Straßen „ schneller, besser und billiger gebaut werden“ ?

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die gleiche Baufirma, wenn es Steuergelder sind, langsamer, schlechter und teurer baut! Also Abzocke oder verhandelt die öffentliche Hand schlechter?

Ich glaube, die Einstellung, immer die billigsten in der Ausschreibung zu nehmen, ist grundsächlich falsch! Es dürften sich nur Firmen bei Ausschreibungen beteiligen, die auch selbst bauen – ohne Subunternehmen, die dann wieder Subunternehmen oder Scheinselbständige beschäftigen. Außerdem sollte – zumindest im Sommer – an den dringenden Ausbauten und wo es machbar ist, in zwei oder gar drei Schichten und am Wochenende gearbeitet werden. In vielen anderen Berufen ist das auch heute schon möglich.

Vielleicht fordern die privaten Straßenbauer das?

Alfred Schubert, Braunschweig

ÖPP rechnet sich für keine Seite

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Von privat finanzierten Straßen halte ich gar nichts. Die ÖPP (Öffentlich-private Partnerschaft) kann für beide Seiten nicht funktionieren. Temporärer Vorteil dieser Vorgehensweise, es werden keine Gelder aus dem Haushalt verwendet. Die Bauzeit hatte sich deutlich verkürzt, warum auch immer. Private investieren und bekommen über Jahrzehnte hinweg Gelder aus den Einnahmen der Mautgebühren, also Steuergelder. Das wird für den deutschen Steuerzahler teuer. Für die Betreiber kann es sich unter Umständen nicht rechnen, da der Güterverkehr nicht hundertprozentig berechenbar ist. Die Einnahmen schwanken bzw. können einbrechen. Für den Bund ist es auf lange Sicht ein Verlustgeschäft.

Im Bundeshaushalt sind Straßenbauprojekte eingeplant, das Geld ist so günstig wie nie. Dennoch wird von unserer Regierung weiter auf solche Projekte gesetzt. Trotz sprudelnder Steuereinnahmen werden die Risiken auf nachfolgende Generationen verlagert. Das ist der falsche Weg.

ÖPP ist etwas für Zeiten, und die werden wieder kommen, wenn die Steuereinnahmen einbrechen. Dobrindt sollte schleunigst Abstand nehmen von solchen Vorgehensweisen.

Rainer Kummer, Vechelde

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