„Nur 14 Prozent stimmten für Erdogan“

Erdogan-Gegner demonstrieren im Juli 2016 in Köln.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Erdogan-Gegner demonstrieren im Juli 2016 in Köln. Foto: Guido Kirchner/dpa

Berlin  Zu „Umstrittener Sieg für Erdogan“ vom 18. April:

Wenn es richtig ist, dass in Deutschland rund 3 Millionen türkischstämmige Mitbürger leben,

dass etwa 1,4 Millionen von ihnen wahlberechtigt waren zum Referendum, dass circa 700 000 an der Wahl teilgenommen haben, dass davon über 60 Prozent mit „ja“ gestimmt haben – also etwa 420 000 – dann sind das nur etwa 14 Prozent dieser 3 Millionen Bürger, die eher nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nach unserem Verständnis stehen. 14 Prozent sind nicht viel, aber sicher diesen Menschen Anlass zum Nachdenken, ob es nicht in der Türkei doch eine bessere und geeignetere Zukunft für sie geben wird, die dann auch zu ihrer Überzeugung passt. Es bleibt ihre Entscheidung. 86 Prozent der türkischstämmigen Mitbürger stehen allerdings eher zu dem Staat, in dem sie leben und in dem sie bleiben wollen, der Bundesrepublik Deutschland. Sie wissen also offenbar genau, warum sie hier, oft schon sehr lange, leben und, wohlgemerkt, arbeiten und Steuern zahlen, und nicht etwa in der Türkei. Leider wird in letzter Zeit Ausländerfeindlichkeit zunehmend neu buchstabiert: Offenbar stehen hier viele türkischstämmige Ausländer vielen türkischstämmigen Landsleuten feindlich gegenüber. Davon sollte man in Deutschland Abstand nehmen, denn es bringt nichts Gutes.

Kort Borcherding, Braunschweig

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