„Europa braucht ein Antiterrorzentrum“

Menschen kommen zusammen und gedenken der Opfer der Terroranschläge in Brüssel, zu denen sich der IS bekannt hat.

Foto: Julien Warnand/dpa

Menschen kommen zusammen und gedenken der Opfer der Terroranschläge in Brüssel, zu denen sich der IS bekannt hat. Foto: Julien Warnand/dpa

Brüssel  Zu den Terroranschlägen in Brüssel:

Indem der israelische Geheimdienstminister sagte, die Belgier sollen ihren Terror bekämpfen, anstatt Schokolade zu essen, wählte er sicher drastische Worte. Die Botschaft ist aber nicht ganz falsch. Wenn jetzt richtigerweise gefordert wird, die europäischen Geheimdienste sollen sich untereinander intensiver austauschen und zusammenarbeiten, muss bedacht werden, dass es in diesem konkreten Fall offenbar eine Warnung der Türkei an Belgien bezüglich einen der Täter gab.

Ein europäisches Antiterrorzentrum mit einer großen Datenbank, die allen Nachrichtendiensten zugänglich ist, ist unumgänglich.

Jetzt müssen sich die idealistisch denkenden Datenschützer auch mal eingestehen, dass Daten zwar sensibel sind, sie aber keine Bomben zünden können.

Marc Röthig, Königslutter

Politik des Westens hat den IS stark gemacht

Ebenfalls zu diesem Thema:

Das, was in Brüssel und Paris geschehen ist, kann man nicht in Worte fassen. Diese Anschläge waren einfach feige und gemein. Unschuldige Menschen zu töten, ist etwas Furchtbares. Ich hoffe und wünsche mir, dass man in Europa endlich so zusammenarbeitet, dass die Daten einheitlich verwertet werden können, um sich gegen den IS zu schützen. Allein mir fehlt der Glaube.

Wir sollten aber auch Lehren daraus ziehen, denn überall, wo der Westen in islamische Länder eingedrungen ist und verbrannte Erde hinterlassen hat, ist der IS verstärkt hervorgetreten. Ich will nicht hoffen, dass Paris und Brüssel erst der Anfang waren.

Harald Krahn, Groß Denkte

Europa muss mit einer Stimme sprechen

Auch dazu:

In Brüssel hat sich fortgesetzt, was in Paris seinen Anfang nahm – der Kampf gegen Europa, gegen das, was diesen Kontinent auszeichnen sollte: Einheit in Frieden und Freiheit.

Doch die EU spricht nicht mit einer Stimme zu einer Zeit, da über Europa der Wind der Machtpolitik, der Kulturkonflikte, der Kriege und Verteilungskämpfe im Nahen Osten weht. Während die Türkei in kriegsähnliche Auseinandersetzungen hineinschlittert, Saudi-Arabien und der Iran um die Vorherrschaft im Nahen Osten kämpfen, stehen Syrien und der Irak stellvertretend in Flammen. Ohne dass Europa dem wirkungsvoll, geschweige denn geschlossen, begegnet, machen sich Millionen Migranten auf den Weg nach Europa. Dank ungeschickten deutschen Verhaltens finden Putins Destabilisierungsversuche ausgerechnet in den Visegrád-Staaten willfährige Gefolgschaft. Europa wird sich kurzfristig entscheiden müssen, ob es noch für eine politische Union steht oder nicht.

Kurt Schlüter, Vordorf

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