„Keine Wende bei Flüchtlingen“

Ein älterer Flüchtling im Oktober des vergangenen Jahres im österreichischen Julbach nahe der deutschen Grenze.

Foto: Armin Weigel/dpa

Ein älterer Flüchtling im Oktober des vergangenen Jahres im österreichischen Julbach nahe der deutschen Grenze. Foto: Armin Weigel/dpa

Berlin.  Zu „Willkommen war gestern, schnelle Rückreise heute“ vom 2. Februar:

Das ist keine grundsätzliche Wende in der Flüchtlingspolitik. Die Bundeskanzlerin erwartet, dass, wenn Frieden in den besagten Ländern eintritt, die Flüchtlinge in ihre Länder zurückkehren. Das ist leichter gesagt als getan. Es werden in den Heimatländern nur bedingt Rückkehrer aufgenommen. Wer sagt uns denn, wann dort Frieden herrscht? Der IS wird nicht in absehbarer Zeit besiegt sein. Wie und wann soll hier was erfolgen? Frieden in Syrien, auch hier gibt es keine nennenswerten Fortschritte. Man sollte den Tatsachen ins Auge sehen.

Es ist versäumt worden, eine klare Linie seitens Merkel in der Flüchtlingsfrage zu fahren. Ich hätte erwartet, dass zumindest eine Registrierung von Beginn an erfolgt. Das war nicht der Fall. Das ist ein grobes Versäumnis seitens unserer Regierung.

Die Wende kann nur geschafft werden, wenn alle Einwanderer in die EU registriert werden, und auf alle Länder verteilt werden. Wer hier grob fahrlässig seine Verweigerung zum Ausdruck bringt, hat mit Konsequenzen der EU zu rechnen, bis hin zu Zahlungsverweigerung von EU-Geldern. Es muss hier Druck aufgebaut werden. So geht es nicht weiter.

Rainer Kummer, Vechelde

Griechenland hat 13676km Wassergrenze

Ebenfalls zu dem Thema:

Von Politik und Öffentlichkeit wird verstärkt gefordert, dass die Griechen ihre EU-Außengrenzen, und dabei vor allem die Grenzen im Mittelmeer, besser schützen sollen. Wie soll das gehen? Die etwa 11 Millionen Griechen haben eine Wassergrenze von 13 676 km und außerdem 1228 km Landgrenze. Im Vergleich dazu haben alle anderen EU-Mittelmeer-Anrainer (Kroatien, Slowenien, Italien, Frankreich, Spanien, Malta und Zypern) zusammen annähernd 200 Millionen Einwohner und etwa 20 000 km Wassergrenze.

Haben die Politiker, die derartige Forderungen an Griechenland stellen, keine Vorstellungen von den tatsächlichen Verhältnissen bzw. jeglichen Realitätssinn verloren oder will man von eigenen Fehlern ablenken? Wie soll dieser geforderte „Schutz“ durch die Griechen allein gehen? Die Boote zurückweisen und im Mittelmeer ihrem Schicksal überlassen?

Wirksamer Schutz erscheint doch nur möglich, wenn die EU Griechenland substanziell und nachhaltig beim Schutz der EU-Außengrenzen unterstützt.

Elisabeth und Gerhard Flachowsky, Braunschweig

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