Nach dem Glühbirnen-Aus – Das sind die Alternativen

Braunschweig  Lohnt sich die Anschaffung von LED-Lampen? Wie finde ich Energiesparlampen, die gemütliches Licht erzeugen? Lesen Sie hier Antworten auf diese Fragen.

BRAUNSCHWEIG. Energiesparlampen haben auch 32 Jahre nach ihrer Einführung ein schlechtes Image – die Deutschen mögen die noch viel ältere, aber ineffizientere Glühlampe einfach zu sehr. Doch es hilft nichts: Die Lampen dürfen schon ab einer Leuchtkraft von 40 Watt nicht mehr verkauft werden, bis 2016 sind sie aus dem Handel verschwunden.

Doch wie gut sind die Alternativen Energiesparlampe, Leuchtdiode (LED) und Halogen? Und wie findet man eigentlich einen vergleichbaren Ersatz für die verschwundene 60-Watt-Lampe, die bislang das Wohnzimmer so gemütlich beleuchtet hat?

Forscher wie der Ingenieur Professor Hergo-Heinrich Wehmann vom Institut für Halbleitertechnik der TU Braunschweig setzen auf die robuste und mit 50 000 Stunden Brenndauer extrem langlebige LED-Lampe.

Allerdings machen sie nicht überall Sinn: Margrit Zawieja, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Wolfsburg, rät dazu „LED punktuell einzusetzen, gerade als Schreibtischbeleuchtung eignen sie sich gut. Wer einen kompletten Raum damit ausleuchten möchte, braucht mehrere LED-Lampen.“

Die Leuchtdioden gibt es in der Glühlampenform mit einer Fassung, die Sie in bisherige Leuchten drehen können. Außerdem gibt es aber fertig montierte LED-Leuchten zu kaufen.

Die haben allerdings einen Nachteil: Weil die Leuchtmittel inklusive der Antriebselektronik montiert sind, lassen sich einzelne Dioden nicht austauschen, sollten sie oder die Elektronik ausfallen. Wehmann meint allerdings: „Hochwertige Leuchtdioden halten bis zu zehn Jahre.“ Danach könne man ja durchaus mal eine komplette Leuchte austauschen.

Für die gemütliche Wohnzimmerbeleuchtung empfiehlt Energieberaterin Zawieja eine Energiesparlampe. Auch diese ist langlebiger als Glühlampen – sie brennt etwa 10 000 Stunden lang, also zehnmal so lange wie eine Glühlampe. Es gibt sie in verschiedenen Lampenformen – in Kerzen- ebenso wie in Glühlampenform – und sie sind dimmbar: Das muss allerdings ausdrücklich auf der Packung vermerkt sein.

Worauf Sie sonst noch achten müssen, lesen Sie hier. Wir haben unter anderem Informationen der Deutschen Energieagentur zusammengestellt.

Sind LED nicht sehr teuer? Lohnt sich ein Umrüsten?

Unsere Leserin Daniela Lehmann aus Braunschweig hat die ganze Wohnung mit LED-Lampen ausgerüstet. Nun fragt sie sich: In welchem Zeitraum haben sich die Anschaffungskosten amortisiert?

Hergo Wehmann vom Institut für Halbleitertechnik an der TU Braunschweig antwortet: „Eine Glühlampe brennt circa 1000 Stunden. Eine LED-Lampe hat eine mindestens 30-mal höhere Lebensdauer. Sie ist zwar etwa 30-mal so teurer, aber auch viermal so effizient wie eine herkömmliche Glühlampe. Durch die beiden Faktoren, Effizienz und lange Lebensdauer, lohnt sich der Einsatz der LED im Vergleich zur Glühlampe vom ersten Tag an.“

Wie finde ich ein passendes Modell beim Lampentausch?

Wenn Sie eine energiesparende Lampe suchen, die die bisherige 60-Watt-Glühlampe ersetzt, hilft ein Blick in die Tabelle weiter.

Glühlampen lassen sich nicht eins zu eins durch Energiesparlampen oder LED ersetzen. Es kommt immer darauf an, für welchen Zweck die Beleuchtung gebraucht wird.

„Energiesparlampen erreichen erst nach einer gewissen Zeit die volle Helligkeit“, sagt Hergo-Heinrich Wehmann von der TU Braunschweig. „Es macht deshalb wenig Sinn, sie auf der Toilette einzusetzen.“ Dort lohnen sich LED-Lampen, die ohne Verzögerung die volle Helligkeit erreichen.

Wer eine Lampe sucht, die das Wohnzimmer ausleuchtet, sollte zur Energiesparlampe greifen, zumal diese noch eine größere Leuchtkraft besitzen als LED-Lampen. Denn die können derzeit maximal 60-Watt-Glühlampen ersetzen. Wer dennoch auf LED setzt, sollte mehrere Leuchten einsetzen.

Ist Halogen eine Alternative zur Energiesparlampe?

Halogenlampen sind effizienter als Glühlampen und halten etwa doppelt so lang, funktionieren aber ebenfalls dank eines Glühfadens und wandeln deshalb die Energie nicht optimal in Licht um. Sie tragen die Effizienzklasse C bis E. Ab 2016 dürfen aber – so schreibt es die EU vor – nur noch Leuchtmittel mit den Effizienzklassen A und B verkauft werden. Halogenlampen mit Xenon benötigen ein Drittel weniger Energie. Nur diese Spar-Variante wird nach 2016 noch erhältlich sein. Als Ersatz für Halogenstrahler an der Decke gibt es Energiesparlampen mit Reflektor. Eine 16-Watt-Energiesparlampe ersetzt 50-Watt-Halogenstrahler.

Wie bekomme ich gemütliches Licht?

Wenn Sie eine Energiesparlampe suchen, die ein warmes Licht wie eine Glühlampe abgibt, achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung „warmweiß“. Damit können Sie Ihr Wohnzimmer gemütlich ausleuchten. Für den Arbeitsplatz sind eher „neutralweiße“ oder „tageslichtweiße“ Lampen geeignet.

Die Farbtemperatur des Lichts wird in der Einheit Kelvin (K) angegeben. Die Lichtfarbe beträgt zwischen 2500 K für warmweiße Energiesparlampen und 6000 K für tageslichtweiße Leuchtstoffröhren.

Der Lichtstrom einer Lampe wird in der Einheit Lumen (lm) angegeben und ist auch auf der Verpackung der Lampen vermerkt. Je höher der Lumen-Wert, desto heller wird das Licht, das die Lampe abgibt, empfunden.

Wie entsorge ich Energiesparlampen und LED?

Energiesparlampen und LEDs gehören nicht in den Hausmüll. Energiesparlampen enthalten geringe Mengen an Quecksilber, LEDs haben elektrische Bauteile. Deshalb müssen die Leuchtmittel entweder bei den kommunalen Sammelstellen entsorgt werden, mittlerweile nehmen aber auch einige Drogerie- oder Baumärkte, aber auch Elektrofachgeschäfte zumindest Energiesparlampen zurück.

Informationen zu Sammelstellen Ihrer Kommune finden Sie auf deren Internetseite. Das Unternehmen Lightcycle organisiert bundesweit die Rücknahme von Energiesparlampen und LED. Die nächstgelegene Sammelstelle zur Entsorgung von Energiesparlampen und LEDs finden Sie nach der Eingabe Ihrer Postleitzahl auf der Internetseite www.lightcycle.de

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