Mathe satt vor Studienbeginn

Wer eine Ingenieur-Wissenschaft studiert, kommt ohne Mathematik-Kenntnisse nicht aus. Künftig können sich Studenten der TU Braunschweig schon vor dem eigentlichen Studium vorbereiten – und damit entspannter studieren.

Studenten verfolgen im Hörsaal der Universität Köln eine Mathematik-Vorlesung. Vor allem an Technischen Universitäten wie in Braunschweig ist Mathematik in vielen Studiengängen gefragt. Künftig können Erstsemester viele Kenntnisse geballt vor Beginn des Studiums sammeln.    

Foto: Archivfoto: Oliver Berg/dpa

Studenten verfolgen im Hörsaal der Universität Köln eine Mathematik-Vorlesung. Vor allem an Technischen Universitäten wie in Braunschweig ist Mathematik in vielen Studiengängen gefragt. Künftig können Erstsemester viele Kenntnisse geballt vor Beginn des Studiums sammeln.     Foto: Archivfoto: Oliver Berg/dpa

Man muss sie nicht leidenschaftlich lieben, die Königin der Wissenschaften. Man sollte aber schon lernen, mit ihr leidlich umzugehen und wenigstens keine Berührungsängste zu entwickeln.

Dies gilt vor allem dann, wenn man an einer Hochschule Ingenieurwissenschaften studieren will: Die Mathematik lässt sich als Sprache verstehen, mit deren Hilfe der wissenschaftliche Kontext vermittelt wird.

Die Mathematik-Ausbildung umfasst etwa ein Viertel des Grundstudiums aller Ingenieur-Studiengänge, die Vorlesungen und Übungen reichen oft vom ersten bis zum vierten Semester.

Zum Wintersemester 2011/2012 gibt es an der Technischen Universität Braunschweig die Möglichkeit, einen anderen Weg zu gehen. Die Hochschule bietet Mathematik für Ingenieur-Wissenschaften als Kompaktstudium an. Auf diese Weise lassen sich die ersten beiden Mathematik-Semester als ein Block vorziehen.

Einbezogen sind die Studiengänge Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen Bau, Umweltingenieurwesen, Bioingenieurwesen, Geoökologie sowie Mobilität und Verkehr.

Zwischen Mitte Juli und Anfang Oktober 2011 können die künftigen Studienanfänger in zwei fünfwöchigen Blöcken die Mathematikvorlesungen sowie die großen und kleinen Übungen besuchen. Danach legen sie die Prüfungen ab und erwerben im Erfolgsfall die ersten Bachelor-Leistungspunkte, die ganz normal für die genannten TU-Studiengänge gezählt werden.

Eingeschrieben werden die Teilnehmer des Kompaktstudiums kostenfrei als Gasthörer. Sie können sogar schon vor dem eigentlichen Semesterbeginn in der Mensa zu günstigen Studierendenpreisen essen.

Durch das Kompaktstudium, so die Hoffnung, können sie entspannter studieren und sich in der gewonnenen Zeit mehr auf die anderen Grundlagen konzentrieren. "Es ist jedoch auch möglich, den Spielraum zu nutzen und Lehrveranstaltungen aus den höheren Semestern vorzuziehen", sagt Diplom-Mathematikerin Juliane Schmidt, Studienkoordinatorin des Kompaktstudiums.

Diese Studienform soll aber nicht nur dem einzelnen Studenten etwas bringen, sonder auch der Universität. Die nämlich erwartet zum kommenden Wintersemester einen ungewöhnlichen Ansturm von Studienanfängern, und da ist jede Entlastung willkommen. Denn sowohl der doppelte Abiturjahrgang als auch die Abschaffung der Wehrpflicht werden die Erstsemester-Zahlen in die Höhe schnellen lassen.

Der Vorlauf zu Beginn des vergangenen Wintersemesters war erfolgreich, berichtet Professor Dirk Langemann vom Institut für Computational Mathematics. "Die Klausur-Ergebnisse lagen im Durchschnitt der üblichen Bestehensraten, so wie beim Normalstudium".

Zum kommenden Wintersemester stehen 800 Plätze für diese Studienform zur Verfügung. Anmelden können sich künftige Studenten im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für die Ingenieurstudiengänge, nähere Informationen unter www.tu-braunschweig.de/kompaktstudium-mathe im Internet.

Der Autor hat Sozialwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert. Er ist Studienberater an der Technischen Universität Braunschweig.

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