Aktivisten fordern sofortigen Baustopp

Flughafenausbau: Anwohner und Umweltschützer machen weiter Druck auf Volkswagen

Blick in die Ausstellung im Phaeno. Es geht um Artenvielfalt und ihren Nutzen für die Wirtschaft.   

Foto: Volkswagen

Blick in die Ausstellung im Phaeno. Es geht um Artenvielfalt und ihren Nutzen für die Wirtschaft.    Foto: Volkswagen

Volkswagen präsentiert seit gestern die Ausstellung "Ohne Vielfalt der Natur keine Vielfalt der Wirtschaft" im Phaeno. Das war zugleich aber auch der Anlass für eine Demonstration gegen den Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg.

Gut 20 Mitglieder der Bürgerinitiativen Waggum und Braunschweig sowie der Bürgerinitiative Baumschutz/Naturschutz klagten das Unternehmen vor dem Bahnhof auf Transparenten und per Lautsprecher an, für die Vernichtung von schützenswertem Wald zum Zwecke des Flughafenausbaus mitverantwortlich zu sein.

VW sei "ein Umweltzerstörer mit zwei Buchstaben", sagte Peter Rosenbaum, der Sprecher der Initiativen. Volkswagen ist zwar als Gesellschafter des Flughafens ausgestiegen, doch die Kritiker wollen die Autobauer nicht aus der moralischen und politischen Mitverantwortung entlassen. Deshalb zeigten die Aktivisten auch trotz strömenden Regens erneut in Wolfsburg Flagge.

Die Ausstellungseröffnung im Phaeno nutzten Rosenbaum und Co., um den Konzern in die Pflicht zu nehmen. "VW brüstet sich mit Natur- und Artenschutz auf Glanzpapier und mit einer teuren Veranstaltung. Was ist mit der Naturvernichtung für den umstrittenen Flughafen-Ausbau inmitten des Querumer Eremitenwaldes in Waggum?", fragten die Naturschützer. Der Eremit ist ein seltener Käfer, der unter Schutz steht.

Antworten gab es nicht, ein Volkswagen-Vertreter ließ sich – wie bei den vorherigen Demonstrationen – nicht sehen. Die Ausstellung im Phaeno ist noch bis zum 6. September zu sehen. Die Wanderausstellung wurde von der "Business and Biodiversity Initiative" initiiert, deren Gründungsmitglied Volkswagen ist. "Besucher erfahren auf 16 Stelen alles Wesentliche über die Folgen des Artensterbens für Mensch und Wirtschaft", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Schau tourt durch Japan und Deutschland, ehe sie im Oktober auf der 10. Naturschutzkonferenz der Vereinten Nationen im japanischen Nagoya zu sehen ist.

Die Volkswagen-Kritiker aus Braunschweig verlangen, dass der Konzern sich an seine Vorgaben hält. Die lauten: "Der Volkswagen-Konzern hat sich 2008 zum Schutz der biologischen Vielfalt verpflichtet. Das Unternehmen setzt sich an allen Standorten für die Sicherung der biologischen Vielfalt ein und hat den Artenschutz in das konzernweite Umweltmanagement integriert." Zudem betreibe man an den weltweiten Standorten vielfältige Naturschutz-Projekte. Rosenbaum und seine Mitstreiter verlangen nun, dass Volkswagen sich auch in Waggum daran hält, sich für einen sofortigen Baustopp einsetzt und "die eigene politische Haftung für die Schäden" anerkenne.

Außerdem verlangen die Anwohner und Naturschützer, dass der Konzern seine Nutzung des Flughafens darstellen und "in Zukunft mit der Bürgerschaft offen und ehrlich" abstimmen müsse.Lokalseite 1

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