Forschung ohne Grenzen

Ringvorlesung der TU Braunschweig mit spannenden Zukunftsthemen

BRAUNSCHWEIG. Die Ringvorlesung ist die Visitenkarte der Technischen Universität (TU) Braunschweig. Ihre Veranstaltungen sind öffentlich. Im eben angelaufenen Wintersemester geht es um "Innovation jenseits von Fachgrenzen".

Das ist brandaktuell, denn der Ausbau von interdisziplinären Stärken gilt als wichtige Zukunftsstrategie. "Das dürfen nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben", sagt mit Professor Dr. Klaus Lompe einer der Verantwortlichen der Ringvorlesung. Und für Professor Dr. Matthias Bohnet steht fest: "Innovationen kann man heute kaum noch an nur einer einzigen Disziplin festmachen."

Beispiele sind etwa das enge Zusammenspiel zwischen Mikrotechnik und Medizin, zwischen Biologie, Biotechnologie und Informatik. Es geht um neue Materialien mit neuen Eigenschaften, aber auch um die zum Teil erheblichen Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft. Diese Schnittstellen-Themen spiegelt auch das Programm der Ringvorlesung wider. Es bietet Einblick in die Zukunft der Wissenschaften und der Hochschulen.

Am Montag referiert Dr. Andreas Gutsch, Geschäftsführer der Creavis Technologies and Innovation der Degussa AG, über das Thema "Revolution aus dem Nanokosmos – Wissenschaft wird zu Wachstum". Nanopartikel sind Partikel, die eine Million mal kleiner sind als ein Millimeter.

Partikel mit unveränderter chemischer Zusammensetzung können ihre Eigenschaften stark verändern, wenn sie sehr klein werden. In interdisziplinärer Zusammenarbeit wird zum Beispiel bei der Degussa AG auf diesem Gebiet geforscht, entwickelt und die Umsetzung in marktfähige Produkte vorangetrieben. Gutsch wird in erläutern, wie dies in einem Unternehmen geschieht, welche neuen Eigenschaften von Produkten heute schon erreicht wurden und welche Möglichkeiten ihrer wirtschaftlichen und technischen Nutzung bereits bestehen.

Die Ringvorlesung wendet sich ausdrücklich auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger der Region. Die Leitung haben die Professoren Matthias Bohnet, Henning Hopf, Klaus Lompe und Herbert Oberbeck.

Das gesamte Programm:

Montag, 27. Oktober: Dr.-Ing. Andreas Gutsch, "Revolution aus dem Nanokosmos – Wissenschaft wird zu Wachstum"

Montag, 10. November: Prof. Dr. Heino Finkelmann, Universität Freiburg, "Kunststoffe – alles nur Müll?"

Montag, 24. November: Prof. Dr. Stephanus Büttgenbach, TU Braunschweig, "Mikrosysteme – Komplexe Funktionen auf kleinstem Raum"

Montag, 8. Dezember: Prof. Dr. Heiner Flohr, Universität Düsseldorf, "Evolution und Politik. Zur biokulturellen Natur des Menschen"

Montag, 12. Januar 2004: Prof. Dr. Henning Scheich, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg, "Neuroprothesen – Technische Schnittstellen zum Nervensystem"

Montag, 26. Januar: Prof. Dr. Hans-Dieter Ehrich, TU Braunschweig, "Bioinformatik – Modellbildung als Herausforderung für die Informatik"

Montag, 9. Februar: Prof. Dr. Dieter Jahn, TU Braunschweig, "Systembiologie: Kann man Leben berechnen?"

Alle Vorträge der Ringvorlesung finden jeweils um 18.30 Uhr im Hörsaal PK 11.1 der Technischen Universität Braunschweig in der Pockelsstraße 11 (ehemalige PH) statt. Der Eintritt ist frei.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort