Maler brauchen Geschick und Köpfchen

Auszubildende müssen pünktlich, sauber, freundlich und zuverlässig sein.

Wenn du sonst nichts anderes kannst, wirst du eben Maler". Diesen Satz hat Malermeisterin Andrea Stolze, Ausbilderin in den Diakonischen Betrieben Kästorf, schon oft gehört – und er ärgert sie sehr. Sie sagt: "Wer Maler werden will, braucht Geschick und Köpfchen."

Dennoch scheint die allgemeine Ansicht über die Berufsqualifikation dazu geführt zu haben, dass viele Betriebe "ihre Ausbildungsplätze aus Mangel an adäquaten Bewerbern nicht besetzen können". Es gibt natürlich auch beim Malerberuf Mindestanforderungen, doch die erfüllen etliche Bewerber nicht. Für sie gibt es aber eine andere Möglichkeit: die Reha-Maßnahme für Lernschwache. Betroffene können sich innerhalb von drei Jahren zum Bau- und Metallmaler ausbilden lassen. Stolze: "Plus dieser Ausbildung ist, dass Defizite im Theoretischen mit praktischem Können ausgeglichen werden können."

Drei Jahre dauert auch die normale, die Vollausbildung zum Maler und Lackierer. Es gibt zwei Ausbildungsvarianten. Entweder der Auszubildende entscheidet sich gleich von Anfang an für eine der Fachrichtungen Gestaltung und Instandhaltung, Kirchenmalerei und Denkmalpflege oder Bauten- und Korrosionsschutz. Oder er lässt sich in zwei Stufen ausbilden: Erst durchläuft er die zweijährige Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter, dann schließt er ein Jahr als Maler und Lackierer mit einer der drei Fachrichtungen an.

Wer gut ist, kann seine Ausbildungszeit verkürzen. Und wer sehr gut und jung ist (Einser-Durchschnitt und jünger als 24 Jahre), dem empfiehlt Andrea Stolze, die Meisterschule dranzuhängen. Die Malermeisterin: "Das wissen die wenigsten: Dafür bekommt man sogar Meisterbafög."

Und was macht Lehrlinge zu guten Lehrlingen? Stolze: "Die Schlüsselqualifikationen sind Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit." Außerdem benötige ein Maler Geschick, Farbgefühl und "die Bereitschaft, auch Dreckarbeit zu machen". Zwei Drittel der Tätigkeiten seien nämlich vorbereitende Arbeiten wie Schleifen, Grundieren, Abkratzen. Stolze: "Ich sage immer: Jede Beschichtung ist nur so gut wie der sie tragende Untergrund." Der Maler sorge eben nicht nur für eine Verschönerung des Objekts, sondern auch für dessen Werterhaltung und dessen Schutz.

Genau diese Vielseitigkeit hat auch Benjamin Pernau (19), Auszubildender im ersten Lehrjahr in den Diakonischen Betrieben Kästorf, überzeugt: Er hat vor der Berufsentscheidung ein Praktikum in einem Malerbetrieb gemacht und war fasziniert, von der Wandgestaltung über das Fußbodenverlegen bis zur Wärmedämmung alles in einem Beruf kombinieren zu können. Robert Friedrich (19), ebenfalls Auszubildender in den DBK, macht es besonders Spaß, mit Farben zu experimentieren und sein Kollege Benjamin Schünemann (19) findet es erstaunlich, was man bewirken kann: "Aus Räumen etwas zu machen, dieses Vorher-Nachher, reizt mich."

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