Wolfsburger Bienen gewinnen Bronze
2009-11-29T14:38:00+0100Glitzernde Pompons, knallenge Trikots, kurze Röcke und fetzige Musik: 600 Sportler und Sportlerinnen aus 17 Nationen haben am Wochenende in Bremen bei den 5. Cheerleading Weltmeisterschaften ihr Können gezeigt. Die Wolfsburger Honeybees gewannen eine Bronzemedaille.
Cheerleading, bekannt vor allem als Rahmenprogramm bei amerikanischen
Sportarten wie Football und Basketball, ist eine Mischung aus Turnen, Tanz und
Akrobatik. Spektakuläre Salti, Hebefiguren und Synchron-Tanz begeisterten die
Zuschauer in der an beiden Tagen gut besuchten Halle. In fünf verschiedenen
Wettbewerben wie „Cheer Dance“, „Group Stunts All- Female“ und „Cheer Mixed“
ging es um die Medaillen.
Zwei deutsche Teams konnten ihren Heimvorteil
nutzen und gewannen im „Cheer All-Female“ und im „Group Stunts All-Female“
jeweils Bronzemedaillen. Außerdem gab es einen 4. und zwei 6. Plätze.
Cheerleading in Perfektion zeigte die japanische Mannschaft, die in zwei
Wettbewerben angetreten war und beide Male überlegen Gold holte.
Vor allem
die deutschen Teams hatten einen großen Fanblock hinter sich, der mit
Deutschlandfahnen und Trillerpfeifen die Auftritte bejubelte. Allein aus dem
niedersächsischen Wolfsburg waren 400 Fans angereist, um insbesondere das „Cheer
All-Female“-Team der Honeybees vom TV Jahn Wolfsburg zu unterstützen. „Wir
hoffen, dass sie fehlerfrei durchkommen“, sagte Sophie Naatz. Und Franziska
Graun ergänzte: „Wenn sie eine gute Show machen, sind wir zufrieden.“ Beide sind
Trainerinnen der Kinder-Cheerleadinggruppe im Club. Die Honeybees errangen
hinter Japan (513 Punkte) und Norwegen (358,5) Bronze (332,5).
Bronze ging
auch an die fünf Sportlerinnen der IllmaniXX vom Riesaer Cheerleaderverein
(Sachsen). Sie mussten von sieben Teams nur Norwegen und Schweden den Vortritt
lassen.
Als „Königsdisziplin“ gilt der Wettbewerb „Cheer
Mixed“, an dem erstmals eine deutsche Nationalmannschaft teilnahm. Das
16-köpfige Team wurde im Frühjahr bei einem Casting aus ganz Deutschland
zusammengestellt. Seit Dienstag waren die acht Männer und acht Frauen in Bremen,
um unter Leitung der Trainerin Wiebke Buttgereit aus Wolfsburg die neue
Choreografie weiter zu perfektionieren. Neun Nationalteams, darunter
Titelverteidiger Japan waren in dem Wettbewerb an den Start gegangen.
Die Mannschaft hoffte auf ein gutes Abschneiden. Ziel sei, als
bestes europäisches Team abzuschneiden, sagte die Vorsitzende der Cheerleader
Vereinigung Deutschland, Anne Urschinger, vor dem Wettkampf. Thorsten aus Hanau
bei Frankfurt wollte sogar mehr: „Ich will aufs Treppchen.“ Er ist seit zehn
Jahren mit Begeisterung Cheerleader. Es sei ein anspruchsvoller Sport, denn er
kombiniere turnerische und tänzerische Elemente sowie viel Akrobatik. Doch am
Ende waren die Träume mit einem 6. Platz geplatzt. Russland lag in der
Endabrechnung mit 345 Punkten 22 Punkte vor Deutschland.
Das
Reglement ist in jedem Wettbewerb exakt vorgegeben. Beim „Cheer“ besteht die
Gruppe aus 12 bis 16 Cheerleadern. Als Hilfsmittel sind Pompons, Fahnen,
Schilder, Transparente und Megaphone erlaubt. Enthalten sein müssen ein Stunt
und eine Pyramide. Fünf Kampfrichter vergeben jeweils bis zu 100 Punkte. Das
höchste und das niedrigste Ergebnis werden gestrichen, so dass maximal pro
Durchgang 300 Punkte zu erzielen sind.
An der erstmals in
Deutschland ausgerichteten Weltmeisterschaft nahmen neben der
Nationalmannschaft, dem Wolfsburger und dem Riesaer Team im „Cheer Dance“ die
Silver Stars Oberhausen (Nordrhein- Westfalen) teil. Deutsche Cheerleading
Meisterschaften gibt es seit 20 Jahren. Die nächste Weltmeisterschaft ist 2011
in Hongkong.


