Wolfenbütteler Stadtwerke erhöhen Strompreise
Wolfenbüttel Viele Wolfenbütteler müssen für Strom ab nächstem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtwerke erhöhen zum 1. Januar die Strompreise.
Bei einem Musterhaushalt, der 3000 Kilowattstunden verbraucht, schlägt das nach Rechnung der Stadtwerke mit jährlich 113,40 Euro zu Buche. „Das ist schon ein Brocken“, kommentiert Bereichsleiter Marketing Frank Kösel.
Die Stadtwerke seien allerdings nicht schuld, dass der Strom teurer werde. . Das Unternehmen habe seine Einkaufspreise für Strom konstant gehalten, betont Geschäftsführer Frank Lübben. Die Energiewende treibe die Strompreise nach oben. Der Gesetzgeber habe gleich mehrere Umlagen und Steuern festgelegt, um den Ausbau erneuerbarer Energie zu fördern.
Energieunternehmen wie die Stadtwerke müssten für Strom, den Hausbesitzer beispielsweise aus Solaranlagen einspeisen, mehr bezahlen, als sie beim Verkauf erhielten. Zudem seien Netzumlage-Gebühren gestiegen. Für die Finanzierung von möglichen Entschädigungen bei der Gewinnung von Strom vor der Küste, müssten die Stadtwerke eine Off-Shore-Umlage bezahlen.
Auf den Strompreis gerechnet werden müsse außerdem eine gesetzlich vorgeschriebene Umlage zur Entlastung stromintensiver Unternehmen beispielsweise aus der Automobilbranche oder der stahlverarbeitenden Industrie. Die Stadtwerke geben all diese Kosten laut Kösel eins zu eins an die Kunden weiter.
Dass durch die Erhöhung viele Kunden vertreiben würden, fürchte er nicht. Die Konkurrenz werde sicher nicht umhinkommen, die Preise ebenfalls anzuheben.
Der Energieversorger LWS hat das bereits getan – mit der gleichen Argumentation wie die Stadtwerke. Die Kosten für die Strombeschaffung habe ihr Unternehmen sogar senken können, sagt Sprecherin Birgit Wiechert. Sie machten aber nur noch etwa 27 Prozent des Gesamtpreises aus.
Eon Avacon in Helmstedt hält sich noch bedeckt. Man beobachte den Markt und warte noch ab, wie sich die Umlagen und Steuern auswirken, sagt Sprecherin Carolin Westermann.
Ein Trostpflaster für ihre Kunden hatten die Wolfenbütteler Stadtwerke gestern immerhin parat: Die Gaspreise bleiben konstant.



